Fachartikel im analyse:berg Sommer 2025
In der Sommerausgabe 2025 des Fachmagazins analyse:berg sind gleich zwei Beiträge erschienen, die zentrale Themen und Ergebnisse des Projekts DIGIWAY vertiefend beleuchten. Sie geben Einblick in aktuelle Herausforderungen rund um digitale Tourenplanung, Datenqualität und Wegeklassifikation – und zeigen auf, welche Lösungsansätze im Projekt entwickelt werden.

In der Sommerausgabe 2025 des Fachmagazins analyse:berg wird in zwei Beiträgen Einblick in das DIGIWAY-Projekt gegeben. Herausgeber ist das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS). © analyse:berg

Interview: „Digitale Welt und Realität dürfen nicht widersprüchlich sein“

Lucia Felbauer und Klaus Pietersteiner aus dem Tiroler DIGIWAY-Projektteam geben in einem Interview Einblick in das Projekt. © analyse:berg

Im Interview sprechen Klaus Pietersteiner und Lucia Felbauer über Zielsetzung, Ansatz und zentrale Fragestellungen des DIGIWAY-Projekts.
Im Fokus stehen dabei:
- die Herausforderungen der aktuellen Datenlandschaft (z. B. unterschiedliche Datenqualitäten, fehlende Transparenz und Nutzung von OpenStreetMap-Daten ohne Qualitätssicherung)
- die Idee, qualitätsgeprüfte und harmonisierte Geodaten für das gesamte Wanderwegenetz der Euregio bereitzustellen bzw. die Voraussetzung dafür zu schaffen
- der Aufbau einer offenen, standardisierten Datenbasis, die von bestehenden Anwendungen und Tourenplattformen genutzt werden kann
Ein zentrales Anliegen ist es, eine verlässliche Grundlage für die digitale Tourenplanung zu schaffen. Dabei gilt die Leitidee:
Informationen aus der realen Welt (Beschilderung, Gefahrenhinweise, Wegführung) müssen konsistent und nachvollziehbar in der digitalen Welt abgebildet sein.
Darüber hinaus werden im Interview zentrale Projektergebnisse vorgestellt – etwa die Zusammenführung der Geodaten, das Vergleichstool für Wegeklassifikationen sowie der „Absturzpotenzial‑Layer“, der die Konsequenzen eines möglichen Sturzes entlang eines Weges sichtbar macht - mittlerweile hat man sich auf die Bezeichnung „Ausgesetztheitskarte” geeinigt.
Fachartikel: „Ein schwieriger Weg!“

Im Fachartikel beschreiben Walter Würtl und Peter Plattner die Crux mit den Klassifikationssystemen von Wander- und Bergwegen. © analyse:berg

Der Fachartikel von Walter Würtl und Peter Plattner widmet sich einem zentralen Problem im Bergsport: den uneinheitlichen und schwer vergleichbaren Klassifikationssystemen von Wander- und Bergwegen.
Ausgangspunkt ist eine klare Beobachtung:
- Bergwandern ist die beliebteste alpine Disziplin, gleichzeitig aber auch jene mit den meisten tödlichen Unfällen.
- Eine verlässliche Tourenplanung wird durch unterschiedliche, oft widersprüchliche Bewertungssysteme erschwert.
Im Rahmen von DIGIWAY wurden daher erstmals verschiedene Klassifikationssysteme länderübergreifend analysiert und gegenübergestellt, zentrale Kriterien identifiziert und semantisch vergleichbar gemacht.
Ein wesentliches Ergebnis ist die klare Differenzierung zwischen drei zentralen Aspekten:
- Technische Schwierigkeit
- Konsequenzen (Gefährlichkeit eines Absturzes / Ausgesetztheit)
- Naturgefahren
Diese getrennte Betrachtung ermöglicht eine deutlich präzisere Einschätzung von Risiken.
So kann ein Weg beispielsweise technisch einfach sein, gleichzeitig aber aufgrund hoher Ausgesetztheit schwerwiegende Konsequenzen im Falle eines Sturzes haben.
Darauf aufbauend wurde im Projekt eine Vergleichstabelle der wichtigsten Klassifikationssysteme erstellt, sowie ein Konzept für ein digitales Vergleichs- bzw. „Übersetzungstool“ erarbeitet.
Weiterführende Informationen
Das vollständige Magazin analyse:berg Sommer 2025 kann beim Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit (ÖKAS) bezogen werden.
Kontakt

Provinz Trient / Dienststelle für Sport und Tourismus
Emma Giacomelli Boldrini
Via Romagnosi 9, I-38122 Trient
Land Tirol / Abteilung Forstorganisation
Lucia Felbauer
Bürgerstraße 36, A-6020 Innsbruck