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Verbesserungen im Nahverkehr zwischen Tirol und Südtirol

Arbeitsgespräch zum grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr - Ab 2027 auch in Tirol: Neue Zuggarnituren machen grenzüberschreitende Fahrt über den Brenner im Nahverkehr ohne Umstieg möglich - Neue Perspektiven für Schienenverbindungen zwischen Ost-, Süd- und Nordtirol durch Infrastrukturausbau

  • 27.05.2026
Der Tiroler Landesrat für Mobilität, René Zumtobel und sein Südtiroler Amtskollege Daniel Alfreider.
Der Tiroler Landesrat für Mobilität, René Zumtobel und sein Südtiroler Amtskollege Daniel Alfreider. © Land Tirol

Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel und sein Südtiroler Amtskollege Daniel Alfreider kamen gestern, Dienstag, zu Gesprächen über den grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr zusammen. Begleitet wurden die beiden Politiker von VertreterInnen der Verkehrsverbünde und Mobilitätsabteilungen. Auch die bevorstehende Sperre des Brennerkorridors am Samstag und die damit verbundenen Herausforderungen dies- und jenseits des Tiroler Grenzen waren Gesprächsthema.

„Konstruktiv zusammenarbeiten, Lösungen finden und den öffentlichen Verkehr stetig weiter verbessern statt zu resignieren oder Alternativen von vornherein auszuschließen – für mich ist der grenzüberschreitende Dialog wesentlich, um die Entlastung der Bevölkerung entlang der stark befahrenen Transitrouten voranzutreiben. Nicht nur die Brennersperre am 30. Mai zeigt uns die Grenzen des Straßenverkehrs auf. Wir konnten gestern wieder viele wesentliche Zukunftsfragen besprechen und die Weichen für den öffentlichen Nahverkehr zwischen Tirol und Südtirol in den kommenden Jahren stellen“, zeigt sich LR Zumtobel nach dem Treffen optimistisch. 

„Nicht nur die Euregio, ganz Europa braucht mehr Eisenbahn. Nur mit den bereits angestoßenen Investitionen und jenen, die noch folgen werden, schaffen wir eine echte Wende in der Mobilität von morgen. Dabei gilt es gerade in Grenzregionen wie den unseren, dass die Schiene auch mehr Europa braucht, etwa bei der Harmonisierung der Standards im Eisenbahnbereich. Eine ausgebaute Infrastruktur und neues Rollmaterial wird das Angebot für die Pendlerinnen und Pendler schrittweise verbessern” so Landesrat Alfreider. 

Neue Zuggarnituren ermöglichen umstiegsfreie Fahrt

Eine große Barriere im grenzüberschreitenden Nahverkehr auf der Schiene sind unterschiedliche Bahnstromsysteme in Österreich und Italien. Das bedeutet, dass die Tiroler Nahverkehrszüge nicht in Südtirol fahren können und umgekehrt. Für die Fahrgäste heißt das bisher, dass am Brenner immer ein Umstieg notwendig ist. Mit der gemeinsamen Beschaffung von insgesamt 21 Mehrsystemfahrzeugen des Typs Coradia Stream werden Direktverbindungen möglich. Zwar ist aufgrund der EU-Vorgaben zur betrieblichen Kommunikation in der jeweiligen Landessprache, weiterhin ein Halt am Brenner mit Wechsel des Zugpersonals vorgesehen, für die Fahrgäste bringen die neuen, hochmodernen Garnituren trotzdem wesentliche Verbesserungen. 

Neben den regulär verkehrenden Nahverkehrszügen bis zum Brenner, werden auch stündlich umstiegsfreie grenzüberschreitende Fahrten über den Brenner ermöglicht. Die Coradia Stream-Züge bieten den Fahrgästen insgesamt 381 Sitzplätze und sind zudem mit einem vergrößerten Fahrradabteil ausgestattet. Die sechs seitens Land Tirol bestellten Fahrzeuge – finanziert von den ÖBB innerhalb des bestehenden Verkehrsdienstevertrages – werden gemeinsam mit den vom Land Südtirol bereits angekauften 15 Fahrzeugen des Typs Coradia Stream auf den Euregio-Bahnnetzen unterwegs sein und in technischer und qualitativer Hinsicht den Anforderungen eines modernen Bahnverkehrs entsprechen. „Ein Meilenstein in der Geschichte der grenzüberschreitenden Nahverkehrsanbindung“, sind sich beide Verkehrslandesräte einig. 

Nicht nur beim gemeinsamen Ankauf und Einsatz der neuen Zuggarnituren ziehen die beiden Länder an einem Strang. Auch das seit Anfang des Jahres verfügbare Euregio-Ticketangebot, mit dem der öffentliche Verkehr in Tirol, Südtirol und Trentino genutzt werden kann, sei ein wichtiger Schritt hin zu einem stärker vernetzten Nahverkehrsraum. Es richtet sich insbesondere an Menschen, die regelmäßig in mehreren Landesteilen der Europaregion unterwegs sind. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Kaufabwicklung in Tirol und Südtirol ist die Einführung gemeinsamer Ticketangebote durchaus herausfordernd.

Südtiroler Infrastrukturausbau schafft etappenweise neue Möglichkeiten

Der Infrastrukturausbau in Südtirol eröffnet schrittweise neue Perspektiven für den Nahverkehr zwischen Osttirol, Südtirol und Nordtirol. Nach der geplanten Eröffnung der Riggertalschleife (Südtirol) Ende 2027 kann Brixen mittelfristig durch die Inbetriebnahme des Brenner Basistunnels als Umstiegsknoten weiter an Bedeutung gewinnen: „Wir müssen uns jetzt damit befassen, welche Nahverkehrsverbindungen durch den BBT angeboten werden sollen. Der BBT schafft nicht nur die Möglichkeit, Güterverkehr von der Straße zu bringen und durch verkürzte Reisezeiten mehr Urlaubende für den Zug zu begeistern, sondern soll auch für jene direkt in der Region neue und kürzere Wege ermöglichen“, so LR Zumtobel. Gestern, Dienstag, fanden dazu erste Abstimmungen statt. Nun sind die VerkehrsplanerInnen am Zug, sinnvolle Verbindungen, mögliche Fahrpläne und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu prüfen. 

Land Tirol/Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

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Generalsekretariat des EVTZ "Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino"

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