Euregio-Programm für Ostafrika: Das Projekt TRACCSA
Seit 2010 unterstützt die Euregio mit ihrem Euregio-Ostafrikaprogramm sechs Regionen im Grenzgebiet von Uganda und Tansania bei Projekten zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und der landwirtschaftlichen Entwicklung.




Das Projekt TRACCSA (Transboundary Cooperation for Climate Smart Agriculture) verfolgt einen transformativen Ansatz in der landwirtschaftlichen internationalen Zusammenarbeit: Climate-Smart Agriculture (CSA) als Grundprinzip für resiliente, produktive und klimaangepasste Landwirtschaft im Grenzgebiet zwischen Uganda und Tansania. CSA verbindet die Dimensionen einer nachhaltigen Produktivitätssteigerung und einer Anpassung an den Klimawandel als handlungsleitendes Prinzip. Ausgangspunkt dafür ist eine Baseline-Erhebung, die gezeigt hat, dass lediglich 26% der Bäuer:innen mit CSA vertraut sind und zentrale Nutzpflanzen wie Bohnen und Mais häufig unter den Produktionskosten angebaut werden, ein klarer Auftrag für gezielte Wissens- und Kapazitätsvermittlung.
Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Grenzdistricts Kyotera (Uganda) und Missenyi (Tansania)
Im Zentrum der Projektarbeit stehen rund 2.250 Bäuer:innen in 90 Gruppen in den Grenzdistricts Kyotera (Uganda) und Missenyi (Tansania), umgesetzt durch die lokalen Partnerorganisationen MADDO und MAPEC. Die landwirtschaftlichen Gruppen arbeiten in drei grenzüberschreitenden Regionen der beiden Districts zusammen. Genau darin liegt eine besondere Stärke des Projekts: Bäuer:innen aus Uganda und Tansania lernen voneinander, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln gemeinsam Lösungen, weil der Klimawandel keine Grenzen kennt und die Herausforderungen auf beiden Seiten dieselben sind. Die Gruppen werden systematisch in CSA-Praktiken geschult und in ihrer Organisationsentwicklung gestärkt, mit dem Ziel, schrittweise in leistungsfähige Genossenschaften erweitert zu werden. Denn Genossenschaften sind der entscheidende nächste Schritt: Sie ermöglichen gemeinsamen Marktzugang, kollektive Verhandlungsmacht und langfristige wirtschaftliche Eigenständigkeit der Mitglieder. Insgesamt baut das Projekt 6 Genossenschaften auf, in denen rund 1.800 Personen organisiert sind.
Euregio-Beitrag zu einer Welt im Gleichgewicht
Für die Euregio Tirol–Südtirol–Trentino bietet TRACCSA eine konkrete, lebendige Partnerschaft mit dem afrikanischen Kontinent, und damit weit mehr als symbolische internationale Zusammenarbeit. Afrika ist der Zukunftskontinent: demografisch wachsend, landwirtschaftlich bedeutend und klimapolitisch in einer Schlüsselrolle. Durch TRACCSA schafft die Euregio einen echten Nord-Süd-Austausch und knüpft reale Beziehungen zu Bäuer:innen, Organisationen und lokalen Institutionen in Uganda und Tansania. Das grenzüberschreitende Denken, das die Euregio täglich lebt, findet hier sein Spiegelbild: in einem Gebiet, das durch die Kolonialherrschaft willkürlich durch eine Grenze geteilt wurde, dessen Menschen aber eine gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte teilen, und das nun gemeinsam an einer klimaresilienten Zukunft arbeitet.
Amt der Tiroler Landesregierung
Kontakt
Generalsekretariat des EVTZ "Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino"
Waaghaus - Laubengasse 19/A, I-39100 Bozen
Über Grenzen hinweg

Über Grenzen hinweg
Tirol, Südtirol und das Trentino nutzen ihre Erfahrungen bei einer überregionalen Kooperation in Afrika.



