Euregio-Innovationspreis
Der Euregio-Innovationspreis 2026 zeichnet auch bei seiner 9. Ausgabe herausragende unternehmerische Innovationen aus. Bewerbungen sind in allen Bereichen willkommen – von Technologie über Tourismus bis hin zur Landwirtschaft und darüber hinaus und richtet sich an Startups sowie etablierte Unternehmen gleichermaßen.

Bei der Prämierung zum Euregio-Innovationspreis 2025: (v. l.) LH Arno Kompatscher (Südtirol), LH Anton Mattle (Tirol), Marcus Hofer (Jurypräsident und Geschäftsführer der Standortagentur Tirol), Präsidentin Barbara Thaler (Wirtschaftskammer Tirol), Luca Benedetti (2. Platz), Eva Littringer (1. Platz), Bernhard Weiskopf und Florian Ennemoser (3. Platz), Präsident Michl Ebner (Handelskammer Bozen), Präsident Andrea De Zordo (Handelskammer Trient) und Landesrat Simone Marchiori (Trentino). © Land Tirol/Sedlak

Anlässlich der Euregio Days werden Unternehmen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino eingeladen, im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs ihre innovativen Produkte, Konzepte, Prozesse und Dienstleistungen einzureichen. Dieses Jahr werden erstmals zwei Kategorien eingeführt:
Eine Kategorie für Konzepte/Prototypen.
Eine Kategorie für bereits etablierte Geschäftsmodelle/Produkte.
Eine hochrangige Jury wählt die besten drei Projekte pro Kategorie aus. Die sechs Finalist:innen werden zum Europäischen Forum Alpbach eingeladen, um ihre Arbeit zu präsentieren und persönlich mit führenden Wissenschaftler:innen und politischen Vertreter:innen zu sprechen.
Die Finalist:innen sind (Unternehmername und Name der Einreichung):
Kategorie 1
Fraido S.r.l.: Technologie der anpassbaren Atemwegsdurchmesser
Das Einführen eines Beatmungsschlauchs in die Atemwege eines Patienten ist ein gängiger, aber kritischer medizinischer Eingriff, insbesondere in Notfällen. Herkömmliche Schläuche sind in festen Größen erhältlich, sodass Ärztinnen und Ärzte zwischen einer leichteren Einführung und einer effektiven Beatmungsunterstützung wählen müssen. Dies kann den Eingriff erschweren und das Risiko von Komplikationen erhöhen. Fraido entwickelt einen neuen Schlauchtyp, dessen Durchmesser während der Anwendung verändert werden kann. Er wird in einer kleineren Form eingeführt, um die Platzierung einfacher und sicherer zu machen, und anschließend erweitert, sobald er richtig positioniert ist, um eine optimale Beatmung sicherzustellen.Diese einfache, aber wirkungsvolle Innovation hilft Ärztinnen und Ärzten, schneller und effizienter zu handeln, verbessert die Patientensicherheit und reduziert Komplikationen. Künftig könnte dieselbe Technologie auch bei anderen medizinischen Verfahren eingesetzt werden, die einen Zugang zum Körperinneren erfordern.
Terra Atmos: Dual-Use Digital Twins for Surface Process Analysis on Earth & in Space
Terra Atmos hilft Städten und Gemeinden dabei, sich an den Klimawandel anzupassen. Das Spin-off der Universität Innsbruck nutzt Satelliten- und Wetterdaten, um Hitze und Trockenheit genau zu untersuchen. Mit einem speziellen Modell wird ein „digitaler Zwilling“ der Landschaft erstellt. Dieser zeigt metergenau, wo die Hitzebelastung am größten ist und wie viel Kühlung ein Baum wirklich bringt. So können Stadtplaner gezielt Maßnahmen setzen, um unsere Lebensqualität zu schützen. Mit der aws Preseed-Förderung entwickelt Terra Atmos eine Plattform, die diese Daten einfach nutzbar macht. Gleichzeitig entsteht eine „Dual-Use“-Lösung: Die Technologie findet nicht nur auf der Erde Anwendung, sondern auch im Weltraum. Künftig können damit Planetenoberflächen wie Mond oder Mars für Raumfahrtmissionen (z. B. der ESA) simuliert werden. Terra Atmos liefert so einen innovativen Baustein für lebenswertere Städte und die Erforschung des Weltalls.
VAHLE Automation (in Kooperation mit Universität Innsbruck, i-PEL und Infineon): Dezentrale hybride Energiespeichersysteme zur Lastspitzenkompensation in industriellen Anwendungen
Viele industrielle Systeme benötigen kurzfristig sehr hohe Leistung, etwa bei Lastwechseln oder Beschleunigungen/Verzögerungen. Dafür werden Energieversorgungen oft überdimensioniert – das ist teuer und ineffizient.
Im Rahmen des FFG-Vorhabens HESS4MRA wurde unter der Konsortialführung der Universität Innsbruck (i-PEL) ein Prototyp entwickelt. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen DI Andreas Hanschek, Univ.-Prof. Petar J. Grbović, dem i-PEL-Team sowie Thomas Eggerbacher MSc und Ralf Buchauer, von VAHLE und Infineon Austria (Villach).
Der Prototyp kombiniert Batterie und Superkondensator. Eine intelligente Steuerung verteilt die Leistung automatisch zwischen beiden. Laborversuche und erste Pilotanwendungen zeigen das Potenzial in der industriellen Energieverteilung, Robotik, Elektrohängebahnen für die Halbleiterindustrie sowie in Krananlagen und Häfen.
Kategorie 2
KinCon biolabs GmbH: KinCon biolabs: Neue Ansätze für die Medikamentenentwicklung
Bevor ein neues Medikament Patientinnen und Patienten erreicht, durchläuft es einen jahrelangen Entwicklungsprozess - und neun von zehn Wirkstoffkandidaten scheitern dabei. Eine zentrale Ursache: In klassischen Tests wird im Reagenzglas geprüft, ob ein Wirkstoff an sein Zielprotein bindet. Ob er das aber auch in einer lebenden Zelle tut und dort die gewünschte Wirkung auslöst, bleibt lange unklar.
Das Innsbrucker Start-up KinCon biolabs hat eine patentierte Technologie entwickelt, die genau hier Ansetzt. Mit genetisch kodierten Sensoren wird die dreidimensionale Struktur (Konformation) des Zielproteins direkt in der lebenden Zelle untersucht: verändert ein Wirkstoff die Proteinstruktur, leuchtet die Zelle. So erhalten Pharma- und Biotechunternehmen früh und zuverlässig Informationen darüber welche Substanzen das höchste Potential bergen. Das spart Zeit, Ressourcen und beschleunigt die Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs und andere Erkrankungen.
Behavix srl Società Benefit: Jeder Nutzer, jedes Gericht, weniger Verschwendung
Behavix bietet eine datengetriebene SaaS‑Plattform, die Betreibern der
Gemeinschaftsverpflegung hilft, Lebensmittelverschwendung auf Tellerebene zu messen, zu verstehen und zu reduzieren. In Echtzeit kombiniert sie das Monitoring von Abfällen (über eine Web-App und – bei Bedarf – IoT‑Geräte) mit verhaltensbezogenen Nutzer‑Insights (Konsumentenprofilierung sowie gezieltes Feedback zu den Gründen für Essensreste). Die Daten werden mithilfe von KI‑Algorithmen ausgewertet, um die Ursachen der Verschwendung zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Menüs, Portionsgrößen und Angebot sowie allgemein des Mensaservices zu liefern. Parallel dazu werden die Nutzer durch Gamification‑Mechanismen und Feedback aktiv eingebunden, um bewusstere Entscheidungen zu fördern und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
BIOTITAN SRL: Reinigung und Wartung der Zukunft
Biotitan entwickelt innovative nanotechnologische Behandlungen, die Oberflächen sicherer, gesünder und langfristig leistungsfähiger machen. Auf Materialien wie Glas, Metall oder Fußböden aufgetragen, bilden die Produkte von Biotitan einen für das bloße Auge unsichtbaren Schutz, ohne das ästhetische Erscheinungsbild zu verändern. Sie verleihen den behandelten Materialien langfristige Eigenschaften, die diese rutschfest, antibakteriell, selbstreinigend, korrosionsbeständig und vor äußeren Einflüssen geschützt machen – und das für einen Zeitraum von 2 bis 7 Jahren. Diese Technologie ermöglicht es, den Einsatz chemischer Reinigungsmittel zu reduzieren und Tonnen von Wasser bei Reinigungszyklen und Wartungsarbeiten einzusparen, was sowohl für die Umwelt als auch in wirtschaftlicher Hinsicht (z. B. Betriebskosten) greifbare Vorteile mit sich bringt. Das Ergebnis ist ein neues Konzept von Wartung und Reinigung: mehr Effizienz, mehr Nachhaltigkeit und eine Ausrichtung auf Prävention statt auf ständige Reinigung.
Preisgeld
Das Preisgeld pro Kategorie beträgt:
1. Platz: 9.000 Euro
2. Platz: 2.000 Euro
3. Platz: 1.000 Euro
Der erste Preis umfasst zur Hälfte regionale PR-Leistungen der Standortagenturen. Der restliche Betrag wird in bar ausbezahlt.
Download
Rückblick: Euregio-Awards 2025
Kontakt

