Software zur Zusammenführung amtlicher Wegedaten
Die Software zur Zusammenführung amtlicher Wegedaten ist ein zentrales technisches Ergebnis des DIGIWAY‑Projekts. Sie stellt eine Datenbasis für weitere Anwendungen und Modelle dar und schafft erstmals eine einheitliche, euregioweit gültige Datenbasis für das Wander‑ und Wegenetz.
Überblick und Ziel
Die Software zur Zusammenführung amtlicher Wegedaten ermöglicht die automatisierte, grenzüberschreitende Harmonisierung offizieller Geodaten zu Verkehrs‑, Wander‑ und Wegenetzen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino.
Ziel ist es, aus unterschiedlichen Datenquellen einen einheitlichen, aktuellen und nachvollziehbaren Geodatensatz mit Fokus auf die Anwendung im Bereich des Wanderns für die gesamte Euregio bereitzustellen.
Die Software bildet die technische Grundlage für den entwickelten Datensatz, steht öffentlich zur Verfügung und unterstützt Verwaltungen, alpine Organisationen, Tourismusinstitutionen und weitere Nutzer:innen bei der konsistenten Nutzung amtlicher Wegedaten über Landesgrenzen hinweg.
Ausgangssituation
In der Euregio Tirol – Südtirol – Trentino liegen qualitativ hochwertige, amtliche Wegedaten vor. Diese werden jedoch:
- in unterschiedlichen Datenmodellen geführt,
- mit verschiedenen Klassifikationen und Attributstrukturen beschrieben,
- in unterschiedlichen Formaten, Koordinatensystemen und Sprachen bereitgestellt,
- und in unterschiedlichen Aktualisierungszyklen gepflegt.
Eine direkte, grenzüberschreitende Nutzung dieser Daten ist dadurch nur eingeschränkt möglich.
DIGIWAY‑Lösung
Im Rahmen des DIGIWAY-Projekts wurde eine Software entwickelt, die die amtlichen Quelldaten in einem konfigurierbaren, automatisierten Prozess zusammenführt.
Dabei werden die Daten:
- regelmäßig abgefragt,
- transformiert und vereinheitlicht,
- in eine gemeinsame Zielstruktur überführt,
- die Grenzabgleiche überprüft werden
- und anschließend in standardisierten Formaten veröffentlicht.
Wesentlich ist dabei, dass die Originaldaten der Regionen nicht verändert werden. Änderungen werden ausschließlich von den zuständigen Stellen und Personen an den Originaldaten durchgeführt.
Alle regelbasierten Definitionen zur automatischen Überführung der Quelldaten in die Zieldatenstruktur erfolgen ausschließlich über eine zentrale Konfigurationsdatei, wodurch der Prozess transparent, flexibel und langfristig wartbar bleibt.
Funktion und Aufbau der Software
Die Software basiert auf einer Geospatial Data Pipeline, die täglich ausgeführt wird. Sie verarbeitet ausschließlich bereits veröffentlichte, offene Verwaltungsdaten (OGD) aus den drei Landesteilen.
Zentrale Merkmale
- Zwei harmonisierte Ergebnisdatensätze
- FC1 – Verkehrs‑ und Wegenetz
- FC2 – Wanderrouten
- Zentrale Konfigurationsdatei
- Zielattribute, Regeln und Zuordnungen sind konfigurierbar
- Änderungen können ohne Anpassung des Programmcodes umgesetzt werden
- Neue Quelldatensätze lassen sich einfach integrieren
- Regelbasierte Attributüberführung
- Regionale Quellattribute werden transparent in ein gemeinsames Zielschema überführt
- Ausgewählte Originalattribute bleiben zur Nachvollziehbarkeit erhalten
- Qualitätssicherung und Monitoring
- Automatische Berichte und Prüfungen bei jedem Verarbeitungslauf
- Erkennung von Inkonsistenzen, z. B. an Landesgrenzen
- Rückmeldung an die jeweils zuständigen Quelldatenverantwortlichen über automatisierte Berichte
- Tägliche Aktualisierung
- Der harmonisierte DIGIWAY‑Datensatz spiegelt stets den aktuellen Stand der Quelldaten wider
Ergebnisdaten und Ausgabeformate
Die zusammengeführten DIGIWAY‑Wegedaten stehen in mehreren standardisierten Formaten zur Verfügung:
- GeoPackage (GPKG) – zur Nutzung in Desktop‑GIS
- GeoJSON – für webbasierte Anwendungen
- Web Feature Service (WFS) – für direkten, aktuellen Datenzugriff
- Vector Tiles – für performante Web‑Karten
Ergänzend werden Metadaten und empfohlene Darstellungsstile bereitgestellt.
Datenschnittstellen
Die Software stellt die harmonisierten Geodaten über mehrere aktive Schnittstellen bereit:
- Download‑Endpoint (API)
Aktuelle Datenpakete (FC1, FC2, Metadaten, Styles):
https://digiway-prod.fsn1.your-objectstorage.com/latest/ - WFS‑Dienst
Zugriff auf FC1‑ und FC2‑Layer als Web‑Service,
geeignet für GIS‑Anwendungen und Web‑Clients
https://mapserver-wfs-digiway-prod.movinglayers.eu/mapserver - Vector‑Tile‑Dienste
performante Darstellung großer Datenmengen in Web‑Anwendungen
Diese Schnittstellen ermöglichen sowohl technischen Nutzer:innen als auch nicht‑technischen Anwender:innen einen einfachen Zugang zu den DIGIWAY‑Ergebnisdaten.
Nutzergruppen und Einsatzbereiche
Die generierten Daten aus der Software richten sich u. a. an:
- Landes‑ und Gemeindeverwaltungen
- alpine Vereine und Wegehalter:innen
- Tourismusorganisationen
- Forschung und Entwicklung
- Betreiber:innen von Karten‑ und Outdoor‑Anwendungen
Sie bilden die Grundlage für:
- digitale Tourenplanung
- grenzüberschreitende Kartenanwendungen
- Sicherheits‑ und Besucherlenkungsmaßnahmen
- weitere DIGIWAY‑Produkte und Folgeprojekte
Download: User Manual
Eine detaillierte Beschreibung der Ergebnisdaten, Datenstrukturen, Formate und Zugriffsmöglichkeiten ist im User Manual verfügbar.
Das User Manual richtet sich bewusst auch an nicht‑technische Nutzer:innen und erklärt die praktische Nutzung der DIGIWAY‑Daten Schritt für Schritt.
Kontakt

Provinz Trient / Dienststelle für Sport und Tourismus
Emma Giacomelli Boldrini
Via Romagnosi 9, I-38122 Trient
Land Tirol / Abteilung Forstorganisation
Lucia Felbauer
Bürgerstraße 36, A-6020 Innsbruck