Bereits im 17. Jahrhundert pflegte die gehobene Bozner Gesellschaft sommers „in die Frisch“ nach Oberbozen oder nach Völs am Schlern zu übersiedeln, um der drückenden Hitze des Talkessels zu entfliehen. Aber auch in anderen Landstrichen wie auf der Mendel oder auf dem Fennberg ließ es sich während der heißesten Wochen des Jahres gut leben. Die traditionelle Sommerfrische dauerte von Peter-und-Paul am 29. Juni bis Barthlmä am 24. August, spätestens zu Mariä Geburt am 8. September war die Rückkehr in die Stadt angesagt.
Woher der Begriff der Sommerfrische stammt, darüber gibt die Neue Zürcher Zeitung vom 6. August 1926 nähere Auskunft:
„Das Wort Sommerfrische in seiner Bedeutung als sommerlicher Erholungsaufenthalt gehört noch nicht allzu lange dem deutschen Sprachschatz an, denn es sind kaum hundert Jahre her, daß es zum Gebrauchswort wurde. Bekannt war das Wort allerdings schon viel früher. Sein Ursprung führt nach Tirol, wo man das Wort ‚frische‘ in der Bedeutung für Erholung oder Erfrischung schon im siebzehnten Jahrhundert im Gebrauch findet. In einem aus dem Jahre 1648 stammenden Werk wird z. B. berichtet, daß der ‚ritter mit andern hern an der frische säße‘ und um die gleiche Zeit heißt es in einem andern Werk von einem Ort, ‚wo die statt Bozen ihre refrigera oder frischen halten‘. Aus dem Tiroler Wort ‚frische‘ entstand sodann im Laufe der Zeit die Bezeichnung ‚Sommerfrische‘, die man gleichfalls zuerst im Tiroler Sprachschatz findet und zwar zunächst wiederum in der Bozen-Meraner Gegend, und den angrenzenden österreichischen Gebirgsländern, wo sich die ‚summerfrisch‘ oder ‚summerfrischen‘ zu Ende des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts immer mehr einbürgerte. In der Bedeutung als Ortsbezeichnung findet man das Wort dagegen erst 1838.“