„Wer viel hat, gebe viel, wer wenig besitzt, gebe von dem Wenigen gerne.“
Die Pläne für den Bau einer Kirche in Huben reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, da die Gläubigen des Iseltals in Osttirol damals zur Pfarrei Windisch-Matrei (Matrei i. O.). bzw. zur Pfarre St. Johann im Walde gehörten und für den Besuch der Gottesdienste ein bis drei Stunden Fußmarsch auf sich nehmen mussten. Als 1756 über einen Kirchenneubau beraten wurde, fiel die Entscheidung auf Hopfgarten in Defereggen, das in der Folge zur Pfarre erhoben wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Huben eine Kapelle errichtet, die jedoch durch einen Brand wieder zerstört wurde. Neue Baupläne scheiterten aus Geldmangel. Im Jahr 1924 gründete Dekan Jakob Mair ein Kirchenbaukomitee. Eine provisorische Kapelle wurde errichtet, ein Baugrund kostenlos zur Verfügung gestellt und ein Architektenteam mit der Ausarbeitung konkreter Pläne beauftragt. Am 6. Mai 1925 erfolgte die Grundsteinlegung, im Oktober 1928 sollte die neue Kirche dem Heiligsten Herz Jesu geweiht werden.
Wie weit die Arbeiten im Juni 1926 fortgeschritten waren und auf welche Weise die Hubener Gläubigen versuchten, die finanziellen Mittel für den Kirchenbau aufzubringen, darüber gibt ein Bericht aus dem Alpenländer Boten vom 27. Juni genauere Auskunft:
„Nachdem die Vorarbeiten für den Kirchenbau (Steinlieferungen, Aufstellung des Gerüstes usw.) durch Robotschichten [unbezahlte Arbeitsdienste der Bevölkerung, A.d.R.] beendigt waren, begannen am 9. Juni die eigentlichen Bauarbeiten. 10 Maurer und 10 Handlanger bemühen sich, dem göttlichen Herzen Jesu eine würdige Wohnstätte zu bauen. Einige Meter hoffen wir heuer hinaufzukommen, bis unser Finanzminister ein energisches ‚Halt‘ gebietet. Es hat sich zwar ein kleiner Baufonds [an]gesammelt, aber für einen solchen Bau braucht es ungeheuer viel Geld, da Arbeitslöhne und Lebensmittel im steten Steigen begriffen sind. Darum bittet der Kirchenbauverein alle, welche diese Zeilen lesen, um eine ausgiebige Unterstützung dieses erhabenen Werkes. Wer viel hat, gebe viel, wer wenig besitzt, gebe von dem Wenigen gerne. Wer ein Anliegen hat, gebe im Herz-Jesu-Monat einen Baustein für die Kirche in Huben! Schon zum wiederholtenmale [sic!] erwies sich das göttliche Herz Jesu in ganz auffallender Weise hilfreich Personen gegenüber, welche in ihrem Anliegen dem Herz-Jesu-Kirchenbau in Huben eine Spende zukommen ließen. Erst kürzlich spendete eine Person 50 S, weil sie in einem schweren Anliegen auffallende Hilfe gefunden hatte. Eine andere gab 100 S, weil sie nach jahrelangem Leiden auf die Fürbitte des göttlichen Herzens volle Gesundheit erlangte.“