Anfang Mai 1926 fand in Trient der erste diözesane Eucharistische Kongress statt. Dieses große, mehrtägige kirchliche Ereignis hatte angesichts der zentralen Rolle der katholischen Kirche für die lokale Bevölkerung eine erhebliche Bedeutung. In diesen Jahren bemühten sich die kirchlichen Einrichtungen, ihre organisatorische Struktur und eine gewisse Unabhängigkeit zu verteidigen – in einer Zeit zunehmenden Einflusses des Faschismus auf das gesellschaftliche Leben sowie dessen Vereine und Organisationen.
Die katholische Tageszeitung Il Nuovo Trentino schreibt am Tag der Eröffnung des Kongresses, dem 5. Mai, in seinem Leitartikel unter anderem:
„Der Kongress, der die Diözese des heiligen Vigilius versammelt, bekräftigt diese Größe [des Konzils von Trient (1545–1563)] erneut. Es ist keine historische Vergeltung, die sich unserem Blick offenbart: Es ist die Kontinuität in der Einheit des katholischen Glaubens, der quälende Wunsch nach jenem Frieden, der […] eine wunderbare, vom Evangelium geprägte Vision näherbringt: eine einzige Herde unter einem einzigen Hirten. […]
Heute kehren die Nachfolger der Apostel, die Mitbrüder des Vigilius, zahlreich zurück, doch allen geht eine höhere Stimme voraus, eine Stimme, die stets das Schweigen und die Feindseligkeit der Jahrhunderte gebrochen und jede Barbarei überwunden hat: die Stimme des Papstes.
Er hat im Geiste in unserer Stadt gegenwärtig sein wollen, und ein kostbares eigenhändiges Schreiben voller väterlicher Fürsorge verfasst, um sein […] Wohlwollen gegenüber den Festen dieses Kongresses zu bezeugen. Heute Abend werden die Gläubigen in der Basilika maior die Stimme des Vaters durch jene des Diözesanbischofs hören, im feierlichen Eröffnungsakt des großen Kongresses, der so mit dem Segen des Papstes beginnt […]
Am Sonntag werden sie in feierlicher pontifikaler Pracht von der Kirche des S. Francesco Saverio zur Kathedrale ziehen und so die Eröffnungsprozession des großen Konzils nacherleben lassen […].
[…] Trient erhebt heute die Kirche SS. Sacramento, mit ihren emporragenden Türmen und ihrer Kuppel, in einer Geste ewiger Anbetung und glühenden Gelöbnisses.
Unser hochwürdigster Fürstbischof wird heute diese Kirche weihen, die aus der gemeinsamen und bewundernswerten Anstrengung so vieler Spender entstanden ist; er wird sie im Namen des christlichen Friedens segnen, da sie bereits in ihren Mauern die Zeichen von Opfer und Krieg, von Sieg und Erlösung birgt.“