Die Anfänge der Volksbildung in Tirol reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert. Was die „Bildung für alle" in den 1920er Jahren angeht, so entstand in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg eine breite, gut organisierte Volksbildungsbewegung. In Tirol fanden ab dem Sommer 1920 an der Universität Innsbruck Volksbildnerkurse statt, bei denen es vor allem um Heimatkenntnis, Heimatkunde und Heimatpflege als Ausgangspunkt jedweder Volksbildungsarbeit ging. In den darauffolgenden Jahren fanden Tagungen statt, bei denen über die Auswahl und Ausbildung der Volksbildner diskutiert und deren fachliche Weiterbildung gefördert. Über eine solche Volksbildnertagung in Imst gerichtete die Tiroler Bauernzeitung am 1. Juli 1926:
„Vom 12. bis 15. Juli findet an der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Imst die erste Volksbildnertagung für das obere Inntal statt. Dazu sind alle Volksbildner und Freunde der heimatlichen Volksbildung, besonders auch Büchereileiter und Vereinsvorstände der Bezirke Imst und Landeck freundlichst eingeladen. Bei rechtzeitiger Anmeldung können eine Anzahl von Frauen und Herren an der landwirtschaftlichen bezw. hauswirtschaftlichen Landeslehranstalt Verpflegung und Unterkunft für S 2.59 pro Tag erhalten. Handtuch, Kleider- und Schuhbürsten, Kopfkissen usw. sind selbst mitzubringen. Bedürftigen Teilnehmern kann ein Bundeszuschuß von S 7.50 bis S 10.– gewährt werden Die schriftlichen Ansuchen um Anstaltsverpflegung und Unterkunft sowie um eine Geldbeihilfe sind bis 5. Juli, Anmeldungen zur Teilnahme bis spätestens 10. Juli beim Landesreferenten für das Volksbildungswesen in Innsbruck, Hofburg, 1. Tor, abzugeben. Allfällige Urlaubsgesuche sind im Dienstwege einzureichen.“
Auf dem „Arbeitsplan“ der Tagung in Imst standen unter anderem Vorträge über „Ziele und Wege der heimischen Volksbildung. Volksbildungseinrichtungen auf dem Lande“, „Das Buch und sein Bildungswert. Grundlage und Ziele der öffentlichen Bücherei“, „Die Praxis der Kleinbücherei, ihre Erfordernisse und Hilfsmittel, Ausleihe und Statistik“, „Die Heimatkunde als Grundlage der Heimatbildung, Anleitung zu heimatkundlichen Beobachtungen“, „Der volkskundliche Wert der Volkssagen mit besonderer Berücksichtigung der Sagen des oberen Inntales“, „Zur Siedlungsgeschichte der Bezirke Imst und Landeck“, „Der Bauern-, Handwerker- und Arbeiterstand des Oberinntales“ sowie öffentliche Vorträge zu heimatkundlichen Themen und Lehrwanderungen.