Am 10. Oktober 1926 wurde der aus Ramsau im Zillertal stammende Franziskaner Engelbert Kolland gemeinsam mit den anderen Opfern eines Massakers seliggesprochen. Kolland war 1860 als Missionar in Damaskus getötet worden, weil er sich geweigert hatte, seinem Glauben abzuschwören. Die Salzburger Katholische Kirchenzeitung erinnerte in ihrer Ausgabe vom 14. Oktober 1926 an den Lebensweg des Seligen:
„Sieben dieser acht nun seliggesprochenen Märtyrer aus dem Franziskusorden waren Spanier, einer aber, P. Engelbert Kolland, war ein Deutscher, ein Tiroler, ein Zillertaler, aus dem zur Erzdiözese Salzburg gehörigen Teile des Tales gebürtig (Ramsau, Pfarre Zell a. Z.).
Ein Oberhirte der Diözese, der berühmte nachmalige Kardinal Fürsterzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg, war es auch, der dem Seligen eigentlich den Weg und Aufstieg zur Heiligkeit bereitet und ermöglicht hat. Kollands Vater, ein Holzarbeiter, war nahe daran, vom katholischen Glauben zum Protestantismus abzufallen und auszuwandern. […] Auch in das kleine, arme ‚Lochhäusl‘, Kollands Heimat, kam er [Fürsterzbischof Schwarzenberg], und seine Bemühungen waren tatsächlich von Erfolg gekrönt. Vater Kolland blieb der katholischen Religion erhalten, mit ihm natürlich auch seine Kinder, darunter der 13jährige Michael. Und Erzbischof Friedrich tat noch mehr: er eröffnete dem […] Knaben sogar den Weg zum priesterlichen Heiligtum, er verlieh ihm einen Freiplatz in dem […] Knabenseminar Borromäum (1840). […]
Nach außen hin zeigte der lebensfrohe Studiosus gerade keine besondere Frömmigkeit; und wohl niemand dachte daran, daß er je Priester und Ordensmann werden könnte. Als er daher gelegentlich einer Begegnung mit Franziskanernovizen auf dem Wege nach Maria Plain (Juli 1847) Mitschülern gegenüber die Äußerung machte: ‚Ein solcher will ich auch werden, bald werdet ihr mich in der Kutte sehen‘, hielten alle das nur für einen Witz […]. Ihm selbst war aber tatsächlich voller Ernst […]. Die Prüfung fiel gut aus, und schon am 19. August fand am Hochaltare der Franziskanerkirche die feierliche Einkleidung des jungen Novizen statt, wobei er den Namen Engelbert erhielt. […] 1851 wurde er in Trient zum Priester geweiht, 1855 als Missionär in den Orient geschickt, zunächst nach Jerusalem und wegen seiner großen Sprachenkenntnisse bald darauf nach Damaskus. Und hier ist ihm am 17. [recte: 10.] Juli d. J. 1860 die Krone des Martyriums zuteil geworden: weil er sich weigerte, den christlichen Glauben aufzugeben, wurde er gleich seinen anderen Ordensmitbrüdern von den mohammedanischen Drusen grausam niedergemetzelt. Die Tatsache des gewaltsamen Todes um des Glaubens willen ist nun auch seitens der höchsten kirchlichen Behörde nach langem und eingehendem Prozesse formell und ausdrücklich anerkannt und bestätigt worden (Dekret der S. C. R. vom 22. Mai 1926). Und der vergangene Sonntag hat im Beatifikationsakte den feierlichen Vollzug dieses Dekretes gebracht! […]“
Am 20. Oktober 2024 wurde P. Engelbert Kolland von Papst Franziskus in Rom heiliggesprochen.