Am Runden Tisch teilgenommen haben Vertreter/innen der Sozialpartner und der Euregio: Philipp Moser, Präsident des hds; Renato Dalpalù, Präsident des Konsumgenossenschaftskonsortiums SAIT im Trentino; Linda Keizer, Bundessekretärin der Fachgewerkschaft GPA des ÖGB; Elisa Bertò vom Euregio-Generalsekretariat Tirol-Südtirol-Trentino sowie Fabio Bertolissi, Landessekretär der Fisascat CISL des Trentino. Die Diskussion wurde von Gianluca Da Col, Landessekretär der Fachgewerkschaft Fisascat SGBCISL moderiert. Sie bot den Teilnehmer/innen, darunter vielen Gewerkschaftsdelegierten, einen breiten Einblick in die Herausforderungen und Perspektiven im Handel.
Am Podium wurde über vier Kernthemen diskutiert: die aktuelle Situation im Handel in den drei Regionen, die Qualität der Arbeit, Innovation und Ausbildung sowie die Perspektiven des Sektors. In den Wortmeldungen sind dabei verschiedene Aspekte zur Sprache gekommen wie der Personalmangel; die wesentlichen Faktoren für die Qualität der Arbeit wie Vereinbarkeit Beruf-Familie und Entlohnung; weiters die Anerkennung der Professionalität der Arbeit im Handel und die Rolle der Digitalisierung, des Online-Handels und der Künstlichen Intelligenz. So gibt es in Österreich in kleineren Ortschaften so genannte Hybridmärkte, automatisierte Geschäfte, die ohne Personal auskommen.
„Bis heute haben die drei Euregio-Länder zwei Fachvorstände eingerichtet, einen zum Thema Katastrophenschutz und einen zum Euregio Family Pass. Unser Vorschlag ist es, einen weiteren Fachvorstand für Arbeit und Handel ins Leben zu rufen, der sich strukturiert mit den Themen Gesundheit und Sicherheit, Attraktivität der Branche, Ausbildung, Arbeitsbedingungen sowie Offenheit, Inklusion und Gleichstellung der Geschlechter befasst. Wir sind nämlich davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit den beiden autonomen Provinzen, die heute die ausschließliche Zuständigkeit für den Handel innehaben, eine wirklich partizipative Governance gestalten können, die auf dem Dialog zwischen Politik und Sozialpartnern basiert, damit die Regeln für den Handel und die Zukunft der Arbeitswelt gemeinsam und nicht hinter verschlossenen Türen festgelegt werden“, so Fabio Bertolissi (Fisascat-CISL des Trentino).
“Wir haben zu dieser Podiumsdiskussion geladen, um die zentralen Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln auf euroregionaler Ebene zu beleuchten, um uns über künftige Ziele auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu suchen“, so Gianluca Da Col. „Der Handelssektor ist großen Veränderungen unterworfen. Als Gewerkschaft setzen wir uns dafür ein, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Zeiten von Liberalisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung zu verbessern. Die Autonomiereform könnte jetzt die große Chance eröffnen, die Sonn- und Feiertagsöffnungen im Handel künftig auf lokaler Ebene zu regeln. Dies auch mit Blick auf Österreich, wo die Läden am Sonntag grundsätzlich geschlossen sind.“
„Wir möchten, dass im Zuge der Autonomiereform und der ausschließlichen Zuständigkeit der autonomen Provinzen Bozen und Trient im Handel eine institutionalisierte Zusammenarbeit der Politik und der Sozialpartner auf den Weg gebracht wird, um gemeinsam über die zukünftigen Regeln und Weichenstellungen im Handel nachzudenken,“ so Gianluca Da Col zur vorrangigen gewerkschaftlichen Zielsetzung.
Gianluca Da Col
