INNSBRUCK (LPA). Kaum ein Element prägt das Leben so sehr wie Wasser. Seit Jahrmillionen formt es Landschaften. Es bildet Grenzen, verbindet aber auch. Es ist Lebensgrundlage und Gefahr, ist Teil der Kultur und Streitpunkt. Auf Berggebiete trifft dies besonders zu.
In die Geschichte und Gegenwart der Gewässer kann man ab sofort im Infopoint der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino in Innsbruck eintauchen: Das Thema "Der Atlas Tyrolensis & die Wasser Tirols" wurde dort am 12. Oktober 2026 als zehnter Teil der interaktiven Euregio-Ausstellung seiner Bestimmung übergeben.
Wassernetz: Zentrale Rolle für Vergangenheit und Zukunft
Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler, unter anderem zuständig für Wasserwirtschaft, Energie und Sicherheit, betonte bei der Eröffnungsfeier die zentrale Rolle der Gewässer im Herzen der Alpen: "Wasser ist weit mehr als eine natürliche Ressource – es ist Ursprung von Leben, Motor unserer Wirtschaft und ein verbindendes Element über Grenzen hinweg. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sehr Wasser unsere Geschichte, unsere Identität und unsere Zukunft prägt. Gerade in Zeiten des Klimawandels müssen wir dieses wertvolle Gut gemeinsam schützen und verantwortungsvoll nutzen."
In enger Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck wird der historische Teil der Euregio-Ausstellung schrittweise erweitert. Brigitte Truschnegg, Dekanin der Philosophisch-Historischen Fakultät, sieht darin "eine hervorragende Gelegenheit: Indem wir fundierte Erkenntnisse lebendig erzählen, machen wir Wissenschaft einem breiten Publikum zugänglich. Gleichzeitig stärken wir das Bewusstsein für die große historische Bedeutung des gemeinsamen Wassernetzes und seine zentrale Rolle für Vergangenheit und Zukunft."
Zweites Ausstellungskapitel im Zeichen des Atlas Tyrolensis
Nach dem Thema "Gletscher" ist "Wasser" das zweite Kapitel, das aus dem Jubiläum "250 Jahre Atlas Tyrolensis" im Jahr 2024 heraus entwickelt wurde. Wie Universitätsprofessor Kurt Scharr und Dozent Georg Neuhauser vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie berichteten, beleuchtet der neue Ausstellungsteil das von Peter Anich und Blasius Hueber kartierte Netz aus Flüssen, Bächen und Seen, seine Bedeutung für Landschaft, Orientierung und regionale Identität sowie die Veränderungen durch menschliche Eingriffe. Thematisiert werden Flussregulierungen und Stauseen ebenso wie Wasserreichtum und Wasserkraft als Ressourcen für Gesellschaft und Wirtschaft.
Ausstellung besuchen
Die Euregio-Ausstellungist zu den Öffnungszeiten für alle zugänglich. Über ihre bewährten technischen Mittel macht sie die Inhalte "sichtbar": Zwei Bildschirme mit Zeitstrahl und taktilen Suchlupen ermöglichen es, die Ereignisse und Orte historisch und geographisch einzuordnen – und das alles auf Deutsch, Italienisch, Ladinisch und Englisch. Führungen sind unter Terminvereinbarung buchbar.
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