TRIENT – Der Euregio-Museumstag bringt seit 2010 jedes Jahr Museumsfachleute aus dem Trentino, Südtirol und Tirol zusammen, mit dem Ziel, das Kooperationsnetzwerk zu stärken und die gemeinsame Forschung zu fördern, um das kulturelle Angebot der drei Landesteile zu verbessern.
Die Ausgabe 2026 stellte ein äußerst aktuelles Thema in den Mittelpunkt der Debatte: den Zusammenhang zwischen kultureller Teilhabe und Wohlbefinden. In einer historischen Phase, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist, sind sich die Museen voll und ganz bewusst, dass sie aufgefordert sind, ihren Beitrag zum Wohlbefinden der Bürger neu zu überdenken und neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen zu entwickeln.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Videobotschaften der für die Kulturpolitik Verantwortlichen in den drei Landesteilen, Euregio-Präsident und Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle, Landesrätin Francesca Gerosa aus dem Trentino und Landesrat Philipp Achammer aus Südtirol.
„Museen vermitteln Wissen und bewahren unser kulturelles Erbe. Sie sind wichtige Bildungsorte, aber sie sind weit mehr als das: Sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der Teilhabe; sie schaffen Räume für Dialog und gemeinsames Erleben. Diese wichtige Funktion der Museen als Ort des Wohlbefindens und des sozialen Zusammenhalts rückt der heutige Museumstag in den Fokus“, betonte Euregio-Präsident LH Anton Mattle.
Die Trentiner Kulturlandesrätin Francesca Gerosa unterstrich anlässlich der Eröffnung der Veranstaltung: „Museen spielen heute eine grundlegende kulturelle und soziale Rolle, die diesen Institutionen Verantwortung auferlegt, ihnen aber auch große Chancen für Wachstum und Innovation bietet. Internationale Forschungsergebnisse und Fachliteratur belegen mittlerweile, wie wirksam Kulturvermittlung auf die Lebensqualität der Menschen und den territorialen Zusammenhalt wirkt. Dies ist das Leitprinzip des Konzepts des kulturellen Wohlfahrtswesens, und unser Ziel ist es gerade, die Verbindung zwischen Kultur, Gesellschaft, Bildung und Wohlbefinden zu stärken, indem wir neue Wege der Gestaltung und Teilhabe erproben. Der Euregio-Museumstag stellt eine wertvolle Gelegenheit dar, Erfahrungen auszutauschen, Kompetenzen zu vernetzen und gemeinsam Antworten auf die Bedürfnisse unserer Gemeinschaften zu erarbeiten.“
Und Südtirols Kultur- und Bildungslandesrat Philipp Achammer betonte: „Wenn wir Museen als Orte des Wohlbefindens begreifen, müssen wir vor allem die junge Generation mitdenken. Die Verknüpfung von Kultur und Bildung ist kein Beiwerk, sondern der Schlüssel, um junge Menschen früh für unser kulturelles Erbe zu begeistern und Räume für echte Teilhabe zu öffnen“.
Das Teatro Sociale in Trient war Gastgeber der Veranstaltung und bot sowohl Expert:innen als auch Kulturschaffenden eine Plattform.
Zwei herausragende Fachleute leiteten die Diskussion: Rarita Zbranca von Culture Action Europe, die die Rolle der Museen im Wandel hin zum Wohlbefinden untersuchte, und Annalisa Cicerchia vom Cultural Welfare Centre, die hingegen einige nützliche Planungsinstrumente für Museen vorstellte, um zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Besucher:innen und Bürger:innen beizutragen.
Die Museumsveranstaltung begann bereits gestern in der Casa Moggioli, dem Euregio-Büro in Trient, mit einem Workshop zu den zukünftigen Perspektiven des „Jahres der Museen der Euregio 2029“, womit ein Format bestätigt wurde, das bereits im vergangenen Jahr erfolgreich erprobt worden war.
Zur Bedeutung dieser nachhaltigen Fortführung äußerte sich Elisa Bertò, Vertreterin des Trentino im Generalsekretariat der Euregio: „Die Zusammenarbeit zwischen Museen ist nicht mehr nur eine Chance, sondern eine strategische Notwendigkeit, um Kultur wirkungsvoll zu gestalten. Wenn wir heute unsere territorialen Verbindungen stärken, können wir eine solide Grundlage schaffen, nicht nur um unsere lokalen Identitäten aufzuwerten, sondern auch, um bei großen europäischen und regionalen Anlässen gut vorbereitet zu sein. Wir denken dabei insbesondere an die bevorstehende Ausschreibung für das Jahr der Museen der Euregio 2029: eine wegweisende Veranstaltung, für die wir weitreichende synergetische Projekte entwickeln wollen.“
Der nächste Euregio-Museumstag findet nach dem Rotationsprinzip im Jahr 2027 in Südtirol statt.
ag







