Die innovativsten Ideen und Lösungen in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino stehen fest: Am Samstagabend, 29. August wurden bei den Euregio-Days am European Forum Alpbach die Unternehmen Fraido SRL und KinCon biolabs GmbH mit dem Euregio-Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Mit einem Projekt zu einem erweiterbaren Schlauchtypen für eine einfachere, effizientere und sicherere Beatmung von Patientinnen und Patienten sowie einem Projekt mit neuen Ansätzen für die Medikamentenentwicklung haben sie sich im Finale durchgesetzt.
Wie beim gleichzeitig vergebenen Euregio-JungforscherInnenpreis (siehe eigene Pressemitteilung) wurden auch beim Innovationspreis erstmals Preise in zwei verschiedenen Kategorien vergeben. Insgesamt hatten sich heuer 56 Unternehmen aus der Euregio für den Innovationspreis beworben. Daraus hat die Fachjury unter dem Vorsitz von Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, in den vergangenen Monaten hat die sechs Finalistinnen und Finalisten ausgewählt: Je drei pro Kategorie konnten im Finale ihre Einreichungen noch einmal präsentieren.
Rangliste in zwei Kategorien
In der Kategorie "Konzepte und Prototypen" ging schließlich Fraido SRL aus dem Trentino als bestplatziertes Unternehmen hervor. Auf die Plätze zwei und drei kamen die Unternehmen VAHLE Automation und Terra Atmos, beide aus Tirol.
KinCon biolabs GmbH aus Tirol konnte die Jury in der Kategorie "Etablierte Geschäftsmodelle und Produkte" am besten überzeugen. Hier ging der zweite Platz an das Unternehmen Behavix SRL aus dem Trentino, der dritte Platz an das Unternehmen Biotitan SRL aus Südtirol.
Die Prämien
Je Kategorie erhalten die Erstplatzierten Preise in Höhe von 9.000 Euro, die je zur Hälfte aus einem Geldbetrag und regionalen PR-Leistungen der Standortagenturen bestehen. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten einen Geldbetrag von 2.000 beziehungsweise 1.000 Euro.
Die Preise werden von der Wirtschaftskammer Tirol sowie den Handelskammern von Bozen und Trient gestiftet. Überreicht werden die Preise von Vertreterinnen und Vertretern der Kammern und der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino traditionell bei den Euregio-Days in Alpbach.
Zusatzinformationen
Euregio-Innovationspreis: Die Siegprojekte
Hier eine Kurzbeschreibung der Siegprojekte zum Euregio-Innovationspreis. Die Kurzbeschreibungen aller Finalprojekte sind im Downloadbereich dieser Pressemitteilung zu finden.
Euregio-Innovationspreis – Kategorie "Konzepte und Prototypen":
Fraido SRL: Adaptive Diameter Airway Technology
Sitz in Trient
Das Einführen eines Beatmungsschlauchs in die Atemwege eines Patienten ist ein gängiger, aber kritischer medizinischer Eingriff, insbesondere in Notfällen. Herkömmliche Schläuche sind in festen Größen erhältlich, sodass Ärztinnen und Ärzte zwischen einer leichteren Einführung und einer effektiven Beatmungsunterstützung wählen müssen. Dies kann den Eingriff erschweren und das Risiko von Komplikationen erhöhen. Fraido entwickelt einen neuen Schlauchtyp, dessen Durchmesser während der Anwendung verändert werden kann. Er wird in einer kleineren Form eingeführt, um die Platzierung einfacher und sicherer zu machen, und anschließend erweitert, sobald er richtig positioniert ist, um eine optimale Beatmung sicherzustellen. Diese einfache, aber wirkungsvolle Innovation hilft Ärztinnen und Ärzten, schneller und effizienter zu handeln, verbessert die Patientensicherheit und reduziert Komplikationen. Künftig könnte dieselbe Technologie auch bei anderen medizinischen Verfahren eingesetzt werden, die einen Zugang zum Körperinneren erfordern.
Euregio-Innovationspreis – Kategorie "etablierte Geschäftsmodelle und Produkte":
KinCon biolabs GmbH: KinCon biolabs: Neue Ansätze für die Medikamentenentwicklung
Sitz in Innsbruck
Bevor ein neues Medikament Patientinnen und Patienten erreicht, durchläuft es einen jahrelangen Entwicklungsprozess - und neun von zehn Wirkstoffkandidaten scheitern dabei. Eine zentrale Ursache: In klassischen Tests wird im Reagenzglas geprüft, ob ein Wirkstoff an sein Zielprotein bindet. Ob er das aber auch in einer lebenden Zelle tut und dort die gewünschte Wirkung auslöst, bleibt lange unklar. Das Innsbrucker Start-up KinCon biolabs hat eine patentierte Technologie entwickelt, die genau hier Ansetzt. Mit genetisch kodierten Sensoren wird die dreidimensionale Struktur (Konformation) des Zielproteins direkt in der lebenden Zelle untersucht: verändert ein Wirkstoff die Proteinstruktur, leuchtet die Zelle. So erhalten Pharma- und Biotechunternehmen früh und zuverlässig Informationen darüber welche Substanzen das höchste Potential bergen. Das spart Zeit, Ressourcen und beschleunigt die Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs und andere Erkrankungen.
ALPACH (LPA)
red/gst




