Die LIFE-Info-Days 2026, die am 28. April online von der Europäischen Kommission und CINEA organisiert wurden, gaben einen umfassenden Einblick in die neuen Fördermöglichkeiten des EU-Programms LIFE. Das Programm zählt zu den zentralen Finanzierungsinstrumenten der EU für Umwelt-, Klima- und Energieprojekte und ist eng mit den Zielen des Europäischen Green Deal verknüpft. Der neue LIFE-Call 2026 wurde am 21. April veröffentlicht und umfasst ein Gesamtbudget von rund 606 Millionen Euro.
Im politischen Kontext wird LIFE als wichtiges Instrument verstanden, um die EU-Klimaziele umzusetzen und gleichzeitig auf gesellschaftliche Erwartungen zu reagieren. Auch im Rahmen der aktuellen Budgetdebatten im Europäischen Parlament wird betont, dass EU-Förderprogramme stärker auf große gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft ausgerichtet werden müssen.
Die LIFE-Calls 2026 sind in mehrere Förderbereiche gegliedert. Dazu gehören Standard Action Projects (SAP), die den größten Teil des Budgets mit rund 319 Millionen Euro ausmachen, sowie strategische Projekte (SIP/SNAP) mit einem Budget von etwa 163 Millionen Euro. Ergänzt werden diese durch kleinere Förderlinien wie Technical Assistance for preparation of SIPs, Policy and Legislative Priority Projects sowie Programme im Bereich Koordination und Support. Die Einreichfristen liegen überwiegend im September 2026, während strategische Projekte ein zweistufiges Verfahren durchlaufen.
In den Info Sessions wurde besonders deutlich, dass die Nachfrage nach LIFE-Fördermitteln weiterhin sehr hoch ist. Laut der Europäischen Kommission stehen „exzellente Projekte“ im Mittelpunkt der Auswahl, insbesondere solche mit klarer Wirkung für Umwelt, Klima und Ressourceneffizienz. Der Ansatz bleibt dabei konsequent „bottom-up“: Projektideen sollen von Antragstellern entwickelt werden, während die EU den politischen Rahmen vorgibt.
Auch die finanziellen Rahmenbedingungen wurden ausführlich erläutert. Je nach Förderlinie können bis zu 60 Prozent der Projektkosten übernommen werden, im Bereich Natur und Biodiversität sogar bis zu 75 Prozent und im Bereich der Clean Energy Transition bis zu 95 Prozent. Gleichzeitig wurde betont, dass Projektbudgets realistisch geplant und sauber dokumentiert werden müssen, da die Konkurrenz um Fördermittel hoch ist und die Auswahl stark leistungsorientiert erfolgt.
Die LIFE-Info-Days verdeutlichen damit sowohl die Chancen als auch die Anforderungen des Programms. Für Projektträger bedeutet dies einerseits Zugang zu erheblichen EU-Mitteln, andererseits aber auch eine zunehmende Professionalisierung der Antragstellung.
