Am 11. Juni 2026 fand in Brüssel die 14. Ausgabe des EU Design Day statt, diesmal in der gemeinsamen Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Die Veranstaltung brachte zentrale Akteur*innen aus Design, Kreativität, Forschung, Politik und Wirtschaft zusammen und hatte sich in den vergangenen Jahren als feste europäische Plattform etabliert. Sie wurde vom ERRIN-Netzwerk (European Regions Research and Innovation Network) organisiert und verfolgte das Ziel, innovative Ansätze sichtbar zu machen sowie regionale und europäische Perspektiven auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen zu verbinden.
In diesem Jahr war der EU Design Day eng in das New European Bauhaus Festival (NEB) eingebettet, das vom 9. bis 13. Juni 2026 in Brüssel stattfand. Das Festival zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der New European Bauhaus Initiative und vereint Diskussionsveranstaltungen sowie kulturelle und gesellschaftliche Formate. Es verfolgt das Ziel, das NEB greifbar zu machen und konkrete Projekte zu präsentieren, die zeigten, wie nachhaltige Stadtentwicklung und Lebensqualität in Europa neu gedacht werden können. Der Fokus der diesjährigen Ausgabe lag auf den Themen bezahlbarer Wohnraum und demokratische Teilhabe.
Vor diesem Hintergrund stand der EU Design Day 2026 unter dem Leitthema „NEB as a game changer: Rethinking affordable living and housing policies and urban regeneration through the lens of the New European Bauhaus“ (NEB als Game-Changer: Neudenken von bezahlbarem Wohnen und Wohnungspolitik sowie der städtischen Regeneration durch die Perspektive des Neuen Europäischen Bauhauses). Damit rückte auch hier die Herausforderung des Zugangs zu bezahlbarem Wohnraum in den Mittelpunkt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde beleuchtet, welche transformative Rolle Design dabei spielen kann, neue Lösungen für Wohnungsbau, Stadtentwicklung und urbane Transformation zu entwickeln.
Das Programm konzentrierte sich auf drei zentrale thematische Dimensionen. Erstens auf inklusive und soziale Wohnformen mit einem Fokus darauf, wie Wohnungspolitik, Designansätze und Governance-Modelle soziale Inklusion, Leistbarkeit und Zugänglichkeit fördern können. Zweitens auf nachhaltiges Wohnen und Klimaanpassung, insbesondere die Rolle des Wohnungssektors in der ökologischen Transformation. Und drittens auf die urbane Regeneration und Transformation der gebauten Umwelt, wobei Kultur als Treiber der Stadtentwicklung verstanden wurde.
Beim EU Design Day waren außerdem hochrangige Vertreter*innen aus Politik und internationaler Stadtentwicklung vertreten. Mit Giorgio Gori, Abgeordneter des Europäischen Parlaments für die Fraktion der Sozialdemokraten (S&D) und ehemaliger Bürgermeister von Bergamo, nahm eine profilierte politische Stimme teil. Ebenfalls anwesend war Anacláudia Rossbach, die als Executive Director von UN-Habitat eine zentrale Rolle in der globalen Gestaltung nachhaltiger Stadtentwicklung einnahm. Ihre Perspektiven verbanden wissenschaftliche Expertise mit praxisnaher Umsetzung auf globaler Ebene und waren insbesondere für die aktuellen Herausforderungen rund um leistbares Wohnen und urbane Transformation von hoher Relevanz.
Beim EU Design Day wurden Räume geschaffen, in denen Erfahrungen geteilt, gemeinsame Herausforderungen diskutiert und neue Partnerschaften aufgebaut wurden. Design fungierte dabei als verbindendes Element, das sektorübergreifende Zusammenarbeit ermöglichte und innovative Lösungsansätze für komplexe gesellschaftliche Fragen förderte.
Initiiert wurde der EU Design Day von der ERRIN New European Bauhaus & Creativity Working Group, die die Umsetzung des New European Bauhaus im Einklang mit den aktuellen EU-Politiken unterstützte. Die Organisation und Mitgestaltung des Formats erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Regionen, darunter die Autonome Provinz Bozen – Südtirol, die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (Région Sud), die Region Lombardei sowie das Europäische Büro der Region Stuttgart.

