Am 22. April 2026 stellte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, der Öffentlichkeit „AccelerateEU“ vor, eine Strategie zur Stärkung der europäischen Energiesicherheit und zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Vor dem Hintergrund volatiler Energiemärkte und geopolitischer Spannungen zielt die Initiative darauf ab, sowohl kurzfristig mit Sofortmaßnahmen als auch langfristig durch einen strukturellen Wandel des europäischen Energiesystems zu wirken.
Die Strategie stützt sich auf fünf Hauptaktionssäulen, von denen zwei auf kurzfristige und drei auf langfristige Maßnahmen ausgerichtet sind:
Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten
Die erste Säule zielt auf eine bessere Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten ab, insbesondere bei der Verwaltung der Energiereserven, der Gasspeicher und etwaiger Notfallmaßnahmen. Die Kommission sieht zudem Überwachungsinstrumente vor, wie beispielsweise eine Beobachtungsstelle für Kraftstoffe, um die verfügbaren Vorräte zu erfassen und eventuelle Versorgungsengpässe rechtzeitig zu erkennen.
Schutz von Produzenten und Verbrauchern vor Preisschocks
Die zweite Säule widmet sich dem Verbraucherschutz durch befristete Maßnahmen für bedürftige Haushalte und Unternehmen, die besonders stark von den Preissteigerungen betroffen sind. Ziel ist es, sofortige Unterstützung zu leisten, ohne das Funktionieren des europäischen Binnenmarktes zu beeinträchtigen. Zur Unterstützung dieser Säule hat die Kommission zudem ein Paket mit Ad-hoc-Empfehlungen für die Mitgliedstaaten veröffentlicht, in dem Maßnahmen vorgeschlagen werden, die den Verbrauchern konkreter helfen sollen, darunter Energiegutscheine, vergünstigte Tarife für Güter und Senkungen der Verbrauchsteuern auf Strom (Energiepaket für die Bürger*innen).
Den Übergang zu sauberer und selbst erzeugter Energie beschleunigen
Der dritte Aktionsbereich zielt darauf ab, den Übergang zu sauberer und autarker Energie zu beschleunigen, indem der Ausbau erneuerbarer Energien und intern erzeugter Energiequellen vorangetrieben wird, darunter Technologien wie Geothermie, Biokraftstoffe und Biomethan. Insbesondere setzt der Vorschlag auf die Elektrifizierung, die von der Kommission als zentrales Element zur Verringerung der Abhängigkeit von den Märkten für fossile Brennstoffe und der daraus resultierenden Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland identifiziert wurde.
Stärkung des Energiesystems der EU
Der vierte Schwerpunkt zielt auf die Umgestaltung des Energiesystems der Gemeinschaft durch den Ausbau der Energieinfrastruktur und der Netze ab, die als wesentlich für die Senkung der Kosten und die Verbesserung des Zugangs zu erschwinglichem Strom angesehen werden. Die Kommission hat die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, die bestehenden Energievorschriften vollständig umzusetzen, die Verhandlungen über das Europäische Netzpaket (EU-Netze Paket) zu beschleunigen und neue Maßnahmen in Bezug auf Netzkosten und Besteuerung vorzuschlagen.
Investitionen schützen und fördern
Schließlich betrifft der fünfte Aktionsbereich die Mobilisierung privater Investitionen. Die Kommission hat betont, dass die Energiewende erhebliche öffentliche, europäische und nationale Finanzmittel erfordern wird, die in nachhaltige Energieinfrastrukturen und Technologien fließen müssen.
Bei der Vorstellung dieser Strategie hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den Kern des Vorschlags klar auf den Punkt gebracht und erklärt: „Die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden unsere Fähigkeit bestimmen, die Herausforderungen von heute und die Krisen von morgen zu bewältigen. Unsere Strategie AccelerateEU wird sowohl sofortige als auch strukturelle Unterstützungsmaßnahmen für die europäischen Bürger und Unternehmen bringen. Wir müssen den Übergang zu sauberer, intern erzeugter Energie beschleunigen. Dies wird uns Unabhängigkeit und Sicherheit verschaffen
