iMONITRAF!
Gemeinsame Herausforderungen erfordern gemeinsames Handeln - unter diesem Motto haben sich die am stärksten vom Transitverkehr betroffenen Regionen entlang der wichtigsten Alpenkorridore im Netzwerk iMONITRAF! zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Verkehrsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen.

Im Netzwerk iMONITRAF! werden gemeinsam Lösungsansätze zum Thema Transitverkehr erarbeitet. © Robin Pierre/ Unsplash

Die am stärksten vom Transitverkehr betroffenen Regionen entlang der essentiellen Alpenkorridore haben sich im Netzwerk iMONITRAF! zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Verkehrsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen. Das Projekt wurde im Jahr 2005 im Rahmen des INTERREG Alpenraumprogramms initiiert und entwickelte sich schnell zu einem „Best Practice“ Projekt für politisches Networking im Bereich Verkehr. Seit 2013 wird iMONITRAF! als Netzwerk von den Regionen weitergeführt, die kontinuierliche Verlängerung darüber hinaus bekräftigt die politische Relevanz von iMONITRAF! .
Vernetzung im Rahmen von iMONITRAF! - Gemeinsames Verständnis schärfen
Vernetzung, Austausch und das Erarbeiten gemeinsamer Lösungsvorschläge stehen bei iMONITRAF! im Mittelpunkt:
- Politische Plattform: iMONITRAF! ermöglicht einen regelmäßigen Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgern und der technischen Ebene, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsame Maßnahmen anzustoßen und umzusetzen.
- Technische Plattform: Die langjährige Zusammenarbeit auf technischer Ebene hat das gemeinsame Verständnis zum Handlungsbedarf deutlich geschärft und die Kompromissbereitschaft bei der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen befördert.
- Schlagkräftige Zusammenarbeit „klein, aber zielgerichtet“: Der iMONITRAF! Coordination Point koordiniert die regelmäßige Interaktion auf technischer Ebene und hat den Überblick über politische Windows-of-Opportunity.
- Gemeinsame Verkehrsstrategie als Meilenstein: Die Unterzeichnung einer gemeinsamen Verkehrsstrategie im Jahr 2012 stellte einen Meilenstein für die Zusammenarbeit innerhalb iMONITRAF! dar.
- Monitoring-System als fundierte Datenquelle: Das gemeinsame Monitoring-System von iMONITRAF! stellt mittlerweile eine Referenz auf technischer Ebene dar. Es stellt jährlich aktualisierte Daten zu Verkehr (Verkehrsvolumen, Verkehrsmenge) und Umwelt (Luftqualität, Lärm) sowie zu Mautsätzen und Treibstoffpreisen zur Verfügung.
28. Jänner 2026: Euregio beschließt in Trient Fortsetzung von iMONITRAF! bis 2028
Bereits seit 2005 arbeiten die Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino im Rahmen von iMONITRAF! mit der Zentralschweiz zusammen: Sie sammeln Zahlen, Daten und Fakten, setzen gemeinsame Initiativen um und vertreten ihre Interessen gemeinsam nach außen.
Diese Zusammenarbeit wird bis ins Jahr 2028 unter Vorsitz des Landes Tirol fortgesetzt und erweitert: Die Verkehrslandesräte Zumtobel (Tirol), Alfreider (Südtirol) und Gottardi (Trentino) haben das neue Abkommen iMONITRAF! am Mittwoch, 28. Jänner in Trient unterzeichnet.
Auf einen neuen Schwerpunkt darin verweist René Zumtobel: „Wir wollen den Datenaustausch – etwa Studienergebnisse, Verkehrszählungen, Messwerte zur Luftgüte – einheitlicher gestalten und gut abstimmen. So können wir die gesammelten Daten – die Grundlage für fundierte Empfehlungen an die politischen Entscheidungstragenden – rascher und effizienter veröffentlichen.“
Daniel Alfreider berichtet: „Die Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene hat in der iMONITRAF!-Strategie oberste Priorität. Bereits heute können wir dadurch viel Transport-Energie und Treibhausgas-Emissionen einsparen. Das belegt eine Studie zu zwei Alpenkorridoren (Anm. d. Red: siehe Infokasten)“.
„Einsparungspotenzial – wenn auch nicht so viel wie auf der Schiene – birgt auch die Umstellung auf batterieelektrische LKW’s“, betont Mattia Gottardi: „Ein wichtiger Faktor dafür ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der Hauptverkehrsachsen. Einen Schwerpunkt legen wir 2026 daher auf das Datenmonitoring der Ladeinfrastruktur an den Alpenkorridoren.“
Der Jahresbericht 2024 von iMONITRAF! ist online einsehbar, jener für 2025 wird im ersten Quartal 2026 veröffentlicht.
Auch Aktionsgemeinschaft Brennerbahn tagt
Am 28. Jänner fand in Trient auch die Präsidentenkonferenz der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB) statt. Unter Trentiner Vorsitz arbeiten darin die drei Euregio-Länder mit dem Freistaat Bayern, der Provinz Verona sowie den Handels- bzw. Wirtschaftskammern und Bahnbetreibern zusammen – mit Fokus auf der Verlagerung von Gütern auf die Schiene. Ein Ziel ist es, den intermodalen Verkehr – also Langstreckengüterverkehr auf der Schiene, letzte Meile auf der Straße – zu etablieren. Ein Workshop zielte darauf ab, dass die Terminalbetreiber stärker zusammenarbeiten, Wissen austauschen und die Infrastruktur verbessern.
INFOKASTEN
Eine Studie zu den zwei Alpenkorridoren Brenner und Ventimiglia zeigt:
- Durch die Verlagerung des Gütertransports von einem Diesel-LKW der Kategorie Euro VI auf die Schiene im Abschnitt München-Verona können bereits heute 79 Prozent der benötigten Energie für den Transport und 85 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.
- Ein batterieelektrischer LKW hat immerhin ein Energiesparpotenzial von 37 Prozent und emittiert 36 Prozent weniger CO2.
- Neun Verkehrsminister, darunter Bundesminister Peter Hanke, haben zur Beschleunigung des Ausbaus kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
Kontakt
Generalsekretariat des EVTZ "Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino"
Waaghaus - Laubengasse 19/A, I-39100 Bozen