Im Oktober 1923 ging das erste offizielle deutsche Rundfunkprogramm auf Sendung, ein Jahr später nahm in Wien mit der Radio-Verkehrs-AG (RAVAG) und in Italien mit der U.R.I Unione Radiofonica Italiana der Hörfunk seinen Betrieb auf. In dieser Zeit sind auch in Tirol erste „Radio-Erfolge“ verzeichnet worden, auch wenn es noch einige Zeit dauern sollte, bis das Radio als neues Medium in Tiroler Haushalten einziehen konnte.
Ein wahrer Radiopionier ließ sich indes in Toblach nieder: Vor 100 Jahren, im August 1925, gründete der 23-jährige Max Glauber im Pustertal die UNDA-Radio – und war damit einer der wichtigsten Hersteller von Radioapparaten in Italien. Das Werk beschäftigte anfangs 15 Mitarbeiter, die zunächst Bauteile und schon bald Radioempfänger produzierten: Auf der Mailänder Messe 1926 war UNDA neben Herstellern wie Philips, Allocchio Bacchini, Marconi, Zamburlini und Seibt vertreten.
Der Volksbote berichtete am 11. Februar 1926 aus „Dobbiacco“:
„Wir sind auf der Höhe – rein geographisch genommen jedenfalls, aber auch in fortschrittlicher Beziehung. Nun haben wir hier gar eine Fabrik für Rundfunk-Hörapparate. Herr Max Glauber erbaute im Sommer 1925 in der Nähe der idyllisch gelegenen Villa seiner Mutter, der Frau Glauber-Forchermayr, ein kleineres Landhaus, dessen Erdgeschoß ausschließlich aus Maschinenräumen besteht. Schon während des Baues war man sehr gespannt, welcher Betrieb etwa in diese Räume einziehen werde. Mit Beginn des Winters kamen erstklassige Maschinen und gute Kräfte für Leitung und Arbeit im besagten Betriebe, desgleichen wurden auch von hier Arbeiter aufgenommen. Nun wußte man’s: Eine Fabrik für Rundfunkapparate ‘Unda“ hat Herr Glauber errichtet. Als leitende Persönlichkeiten sind in derselben tätig: ein Oberingenieur, ein Zeichner, ein Werkmeister und ein Maschinist. Für die Roharbeiten sind hiesige Arbeiter angestellt. Das Unternehmen stellt fertige Radioapparate mit allen letzten Verbesserungen her. Dem Vernehmen nach soll ein solcher Apparat 1400 bis 2000 Lire kosten.“
Die UNDA in Toblach entwickelte fortlaufend neue Empfängertechniken und wurde vor allem durch die Modelle Radio Rurale und Radio Balilla bekannt, die von den faschistischen Machthabern in Italien als Propagandainstrumente gefördert wurden. Im Zuge der Option im Frühjahr 1940 verlegte Max Glauber sein Unternehmen nach Como, wo er bis 1958 Radio- und später Fernsehgeräte produzierte. Schließlich musste er die Firma verkaufen, doch seine UNDA-Geräte sind bis heute begehrte Sammlerstücke.