Im Jahr 1772 erhob Maria Theresia den heiligen Josef per Dekret zum Landespatron von Tirol. Seitdem wird in ganz Tirol am 19. März der Josefitag gefeiert. Im Bundesland Tirol ist an diesem Tag bis heute schulfrei. In Südtirol und im Trentino hingegen wurde der Feiertag 1977 abgeschafft. Der Josefitag gilt hier jedoch weiterhin als Vatertag. In Südtirol gibt es zudem politische Bestrebungen, den 19. März wieder als gesetzlichen Feiertag einzuführen. Im Trentino gilt heute der hl. Vigilius als Schutzpatron, weiterhin aber findet die traditionelle „Fiera di San Giuseppe“ statt.
Wie das Fest des heiligen Josef vor 100 Jahren begangen wurde, zeigt ein Blick in die Zeitungen von 1926. Darin finden sich zahlreiche Berichte über Prozessionen, Gedenkmessen und Feierlichkeiten, wie etwa in den Innsbrucker Nachrichten vom 18. März:
„Familienabend (Josefi-Feier) des Männergesangvereines Wilten. So wie in der Vorkriegszeit, so veranstaltet der Männergesangverein Wilten auch heute, Donnerstag, abends im Saale des Großgasthofes ‚Grauer Bär‘ für seine Mitglieder, sowie deren Freunde und Bekannte einen gemütlichen Familienabend als Josefi-Feier. Die Vortragsfolge weist nebst Musik und Gesang eine hübsche Auswahl von gesanglich-humoristischen Einlagen auf, von denen der Einakter ‚Robert und Bertram‘ besonders erwähnt sei.“
Ebenfalls am 18. März 1926 berichtet Il Nuovo Trentino aus Rovereto:
„Der Verband Roveretaner Katholischer Männer (Familienoberhäupter) von S. Marco wird morgen das Hochfest ihres Patrons mit folgendem Programm begehen:
7 Uhr: Heilige Messe – Allgemeine Kommunion in der Kirche SS. Redentore.
15 Uhr: Geschlossener Besuch der Predigt in S. Marco, bei der es besonders um die Aufgaben und die Organisation der Familienoberhäupter gehen wird […]
Nach dem Gottesdienst Treffen im Sitz des Ricreatorio Rosmini mit einer kleinen Stärkung zum Preis von 3 Lire. […]
Aus Partschins hingegen berichtet der Volksbote am 25. März 1926:
„Bei schönem Wetter konnte am Fest des hl. Josef die Prozession bei uns abgehalten werden. Auch aus den Nachbarsgemeinden waren viele Andächtige erschienen. Sehr viel zur Verschönerung der Prozession trug unsere flotte Musikkapelle sowie das neue Geläute bei.“