Von Hamburg nach Verona oder von Palermo nach München: Ihre Lage im Herzen Europas und entlang der europäischen Verkehrskorridore bringt für manche Alpenregionen auch viel Verkehr. Bereits seit 2005 arbeiten die Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino im Rahmen von iMONITRAF! deshalb mit der Zentralschweiz zusammen: Sie sammeln primär Zahlen, Daten und Fakten, setzen gemeinsame Initiativen um und tauschen sich über Maßnahmen aus.
Diese Zusammenarbeit wird bis ins Jahr 2028 fortgesetzt: Die Verkehrslandesräte Zumtobel (Tirol), Alfreider (Südtirol) und Gottardi (Trentino) haben das neue Abkommen iMONITRAF! am Mittwoch, 28. Jänner in Trient unterzeichnet.
Auf einen neuen Schwerpunkt verweist René Zumtobel: „Wir wollen den Datenaustausch – etwa Studienergebnisse, Verkehrszählungen, Messwerte zur Luftgüte – einheitlicher gestalten und gut abstimmen. So können wir die gesammelten Daten – die Grundlage für fundierte Empfehlungen an die politischen Entscheidungstragenden – rascher und effizienter veröffentlichen.“
Daniel Alfreider berichtet: „Die Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene hat in der iMONITRAF!-Strategie oberste Priorität. Dafür sind nicht nur für die Straße, sondern auch für die Schiene verlässliche Daten und Datenaustausch unerlässlich. Nur so können faktenbasierte Entscheidungen zur Vertiefung der Korridorpolitik beitragen.“
„Einsparungspotenzial – wenn auch nicht so viel wie auf der Schiene – birgt auch die Umstellung auf batterieelektrische LKW’s“, betont Mattia Gottardi: „Ein wichtiger Faktor dafür ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der Hauptverkehrsachsen. Einen Schwerpunkt legen wir 2026 daher auf das Datenmonitoring der Ladeinfrastruktur an den Alpenkorridoren.“
Der Jahresbericht 2024 von iMONITRAF! ist online einsehbar, jener für 2025 wird im ersten Quartal 2026 veröffentlicht.
Auch Aktionsgemeinschaft Brennerbahn tagt
Am 28. Jänner fand in Trient auch die Präsidentenkonferenz der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB) statt. Unter Trentiner Vorsitz arbeiten darin die drei Euregio-Länder mit dem Freistaat Bayern, der Provinz Verona sowie den Handels- bzw. Wirtschaftskammern und Bahnbetreibern zusammen – mit Fokus auf der Verlagerung von Gütern auf die Schiene. Ein Ziel ist es, den intermodalen Verkehr – also Langstreckengüterverkehr auf der Schiene, letzte Meile auf der Straße – zu etablieren. Ein Workshop zielte darauf ab, dass die Terminalbetreiber stärker zusammenarbeiten, Wissen austauschen und die Infrastruktur verbessern.
Zusatzinformationen
Studie: Schiene und E-LKW’s sparen Energie und Treibhausgase ein
Eine Studie zu den zwei Alpenkorridoren Brenner und Ventimiglia zeigt:
Durch die Verlagerung des Gütertransports von einem Diesel-LKW der Kategorie Euro VI auf die Schiene im Abschnitt München-Verona können bereits heute 79 Prozent der benötigten Energie für den Transport und 85 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.
Ein batterieelektrischer LKW hat immerhin ein Energiesparpotenzial von 37 Prozent und emittiert 36 Prozent weniger CO2.
Neun Verkehrsminister, darunter Bundesminister Peter Hanke, haben zur Beschleunigung des Ausbaus kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
TRIENT (LPA)
gst

