BOZEN (LPA). Das Land Südtirol hat sich in Brüssel gemeinsam mit starken europäischen Regionen für eine moderne und regional verankerte Kohäsionspolitik ab 2028 ausgesprochen. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Mittwoch, 4. März, am „Power Regions of Europe – Round Table Summit 2026“ in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU teilgenommen. Veranstaltet wurde das Treffen von Bayern und Niederösterreich.
Im Mittelpunkt der Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments stand die Zukunft der EU-Kohäsionspolitik im Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034. Die Regionen äußerten ihre Sorge, dass EU-Mittel künftig stärker zentralisiert und über nationale Gesamtpläne (NRPP) abgewickelt werden könnten. Damit drohe eine Schwächung der Regionen, insbesondere der stärker entwickelten und Übergangsregionen, wenn keine verbindlichen Budgetgarantien vorgesehen werden.
„Die Regionen sind Motoren der Innovation und wirtschaftlichen Stärke Europas. Sie müssen auch künftig direkt mit der Europäischen Kommission verhandeln und ihre Programme eigenverantwortlich umsetzen können“, betonte Landeshauptmann Kompatscher. Eine ausschließlich nationale Steuerung würde bewährte Verwaltungsstrukturen untergraben, die Planungssicherheit gefährden und die Dynamik erfolgreicher Regionen bremsen.
Die „Power Regions“ erneuerten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Forderung nach rechtlich verbindlichen Garantien für alle Regionen, nach weniger Bürokratie sowie nach einer klaren Absage an eine Verknüpfung von EU-Mitteln mit Reformauflagen, die außerhalb der Zuständigkeit der Regionen liegen.
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