Die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union, die alle sechs Monate wechselt, ging Anfang Januar an die Republik Zypern über. Zypern hat seit seinem Beitritt zur Europäischen Union (2004) zum zweiten Mal den turnusmäßigen Ratsvorsitz inne, diesmal im Rahmen eines Dreiervorsitzes mit Polen und Dänemark. Bis Ende Juni werden daher die politischen und strategischen Prioritäten im EU-Rat unter der Führung von Nikosia festgelegt. Das Motto für die nächsten sechs Monate, „Eine autonome Union. Offen für die Welt“, fasst die Ziele der zyprischen Präsidentschaft zusammen, die sich dafür einsetzen wird, Europa autonomer, wettbewerbsfähiger und kohärenter zu machen.
Zu den im Programm der Präsidentschaft dargelegten Zielen gehört die Vereinfachung und Verringerung des regulatorischen und administrativen Aufwands, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, als zentrale Priorität. Gleichzeitig will Zypern die industrielle Modernisierung, strategische Wertschöpfungsketten und Innovation fördern, um ein autonomeres und widerstandsfähigeres Europa zu schaffen. In diesem Zusammenhang wird die Schaffung eines berechenbareren und vereinfachten Rechtsrahmens als wesentlich angesehen, um Investitionen anzukurbeln und den Binnenmarkt zu konsolidieren.
Ein weiterer Schwerpunktbereich betrifft die territoriale Konnektivität. Die zyprische Ratspräsidentschaft wird sich für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in den Bereichen Telekommunikation, Energie und Verkehr einsetzen und dabei die Schaffung eines integrierten und gut vernetzten europäischen Verkehrsnetzes mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung vorantreiben. Darüber hinaus werden die Verhandlungen über den neuen mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034 von entscheidender Bedeutung sein, um regionale Unterschiede zu verringern, was sich positiv auf abgelegene und weniger zugängliche Gebiete auswirken wird.
Schließlich will sich Zypern während seiner Präsidentschaft mit den Bereichen Landwirtschaft, sozialer Zusammenhalt und grüner Wandel befassen, indem es eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion fördert und auf eine Stärkung der künftigen gemeinsamen Agrarpolitik abzielt. Besonderes Augenmerk wird auf die Bewältigung der Klima-, Markt- und Gesundheitsrisiken gelegt, die die Stabilität der ländlichen Gebiete bedrohen. Parallel dazu werden das europäische Sozialmodell, Bildung und Kompetenzen gestärkt und die Ziele des ökologischen Wandels und der nachhaltigen Entwicklung zum Nutzen der lokalen Gemeinschaften und Regionen Europas unterstützt.
