Der „Neue strategischen Rahmen für eine Wettbewerbsfähige und nachhaltige Bioökonomie der Europäischen Union“ (EU). Diese Strategie der Europäischen Kommission, vom 27. November 2025, wurde von Kommissionsvertreter*innen gemeinsam mit Vertreter*innen der italienischen Regionen und Autonomen Provinzen besprochen.
Ko-organisiert wurde diese Veranstaltung von der Region Emilia Romagna und dem GIURI (Gruppo Informale Uffici di Appresentanza Italiani per la Ricerca e Innovazione) im Rahmen des Italienischen Koordinationsverband der Regionen und Autonomen Provinzen in Brüssel (Coordinamento Regioni e Province Autonome Italiane a Bruxelles, URC), sie luden am 18. Februar 2026 die italienischen Regionen ein, die neue Strategie für Bioökonomie der Europäischen Kommission kennenzulernen.
Von der Europäischen Kommission waren Silvia Forni und Hanna Freienstein (Policy Officer Circular Economy and Bioeconomy, Einheit B.1 “Bioeconomy & Sustainable Materials”, der Generaldirektion für Umwelt (DG ENV), vertreten.
Von 11:00-12:30 Uhr wurde intensiv diskutiert. Es gab viele Fragen, darunter zur Umsetzung von Tools, konkreten Plänen, Wettbewerbsfähigkeit international und zu konventionellen Produkten, gemeinsamen Handeln und globalen Wettbewerb, kleinen Familienunternehmen.
Gekommen waren ungefähr 30 Vertreter*innen der Kommission, Regionen, Autonomen Region und Wirtschaftsverbänden.
Stärker als die vorigen Strategien, die es seit 2012 gibt, setzt die Neue Strategie verstärkt auf Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Vergrößerung bestehender Märkte und industrielle Bereitstellung. Die Kommission sieht die Strategie als große Gelegenheit, Landwirtschaft zu stärken, politische globale Herausforderung und Systemwettbewerb sich zu behaupten und eine Rolle für diesen Sektor zu finden. Als ganzheitliche Strategie ist eine breite Zahl an Ministerien involviert.
Biologische Ressourcen und ihr Umgang mit innovativen Technologien werden in der Strategie mit besonders hohem Potenzial identifiziert, auch aufgrund von bisher als mangelhaft erachteten Investitionen.
Bis zum Jahr 2040 soll diese Strategie 70 konkrete Handlungen verfolgen, in Strategie und Anhang sind diese formuliert. Hauptziel ist der Ersatz fossiler Energieträger mit Biostoffen. Außerdem setzt die weitreichende Strategie einen besonderen Akzent auf die Rollen der Landwirte, Forstwirte und Fischer in der EU, denn sie wird letztendlich lokal umgesetzt, wo Bioökonomie passiert und Arbeitsplätze mit konkreten Materialien arbeiten. Dafür stützt sich die Strategie auf vier Säulen: Nachhaltigkeit, Ausbau von Märkten, Unterstützung von Markteintritten von Produkten, Globales Denken und Handeln.
Die EU setzt auf direkte Investitionsförderung und dem Zusammenbringen von den verschiedenen Parteien.
Wie kann eine effiziente Nutzung von Biomasse geschehen, abseits von „thermischer Verwertung“?
Wie kann Nachfrage stimuliert werden ? Mit öffentlicher Präferenz für bio-basierte Lösungen?
„Bio-Based-Europe“ ist ein Projekt der Kommission, als zu entstehende Allianz für Marktkoordinierung, die eine steigende Nachfrage stimulieren soll mit €10 Mrd. in freiwilligen Kaufzusagen seitens der Wirtschaft. In der Strategie werden Ziele vorgesehen für bio-basierte Plastikverpackungen. Nachfrage durch zirkulären und rohstoffarmen Konsum reduziert. Bessere Verfolgung und Handel via CO2-Credits.
Die Kommission setzt für die Umsetzung darauf, Dialoge mit den Staaten zu schaffen, in dessen Stakeholder Austauschforen sich die italienischen Regionen, Autonome Provinzen und Wirtschaft einbringen sollen.
Zu dem Thema nächste wichtige Termine auf internationaler Ebene: Treffen des Europäischen Rat „Umwelt“ 17. März 2026, Europäische Plattform für Akteure der Kreislaufwirtschaft (European Circular Economy Stakeholder Platform, ECESP) 22.-23. April 2026, Welt-Bioökonmiegipfel in Irland 2026 20.-21. Oktober 2026.
Bioökonomie betrifft ein breites Spektrum an Produkten, Diensten, Technologie sowie Wissenschaft, die mit Verarbeitung und Nutzen von Biomasse – in Form von Nahrung, Materialien oder Produktion – im Bezug stehen. 17,1 Millionen Arbeitsplätze in der Europäischen Union mit ungefähr 5% des gemeinsamen Bruttoinlandsproduktes der 27 EU-Mitgliedsstaaten sind hiermit angesprochen. Interessant ist, dass jeder neue Arbeitsplatz in der Bioökonomie im Durchschnitt drei weitere Arbeitsplätze schafft.
Innovation und Investition, die Schaffung neuer Märkte für biobasierte Produkte sind die Kernthemen dieser Strategie, welche auf Nachhaltigkeit und Naturfreundlichkeit setzt. Dazu sollen Regeln in der EU vereinfacht und gleichmäßiger gestaltet werden.
Biobasierte Materialien sollen besser präsentiert werden, dafür soll eine neue Gruppe für die Durchführung von Investitionen in die Bioökonomie zu Finanzierung und Investitionen einberufen werden. Mit der Nutzung von erneuerbaren biologischen Ressourcen, der Schaffung von Alternativen für Kritische Rohstoffe, bewegt sich die EU nach vorne für eine „entkarbonisiertere“ Kreislaufwirtschaft mit weniger Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger.


