Tagebuch Euregio-Jugendfestival-2019

Das gemeinsame Büro der Europaregion begleitet das Euregio-Jugendfestival mit einem Online-Tagebuch.

Redaktion: Silvia Ramoser MSc.

Samstag, 23.03.2019 - Imst

So schnell wie die gemeinsame Zeit vergangen ist, ist auch schon der letzte Tag des Euregio-Jugendfestivals 2019 gekommen. Die Jugendlichen ließen am Vormittag die beiden Arbeitstage in den Gruppen nochmals Revue passieren und verpackten die Ergebnisse und Eindrücke, die sie dabei gesammelt haben, in eine Präsentation. Dabei haben die Jugendlichen Sophia Kircher, die jüngste Abgeordnete zum Tiroler Landtag, ihre Vorschläge und Anregungen vorgestellt. Kircher nahm sich Zeit, sich mit den Jugendlichen auszutauschen und über ihre Ideen zu sprechen. Anschließend erhielten alle Beteiligten eine Teilnahmebestätigung.

Schon bevor die Jugendlichen wieder getrennte Wege gingen und die Heimreise antraten, wurde individuelle Wiedersehen in den verschiedenen Landesteilen geplant. Durch die neu gewonnenen Freundschaften wird der Geist des Euregio-Jugendfestivals über diese gemeinsamen Tage hinaus, weitergelebt. Die diesjährige Ausgabe des Festivals endete mit einem großen Lob an die Organisatoren,  vor allem aber an die Jugendlichen selbst. Sie sind es, die das Euregio-Jugendfestival aller Jahre wieder zu diesem lebhaften, interaktiven und spannenden Event machen.

Freitag, 22. März 2019 - Mals

Nicht ganz so früh wie am Vortag, aber dennoch hochmotiviert finden sich die Euregio-Jugendfestival Teilnehmer im Oberschulzentrum Mals „Claudia von Medici“ zusammen, wo der Direktor des Schulzentrums Werner Oberthaler einige Grußworte an sie richtete. Der weitere Vormittag wird als Feldforschung genutzt, wobei die Jugendlichen drei Spezifica der Umgebung besichtigen konnten. Die erste Gruppe traf Ulrich Veith, den Bürgermeister von Mals, wieder, der über die Praxis der Bürgerräte in seiner Gemeinde berichtete. Demnach wird mittels einer alljährlichen Wahl entscheiden, welche von den Bürgern und Bürgerinnen eingereichten Projekte, die einen Mehrwert für die gesamte Gemeinde bieten, umgesetzt werden. In die Welt des Käses wurde die zweite Gruppe in der Hofsennerei Englhorn eingeführt. Dort konnte nicht nur der hofeigene Käse verkostet werden, sondern es wurde mit Alexander Agethle auch über die Produktionsweise gesprochen. In Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols, fühlten sich die Jugendlichen der dritten Gruppe angesichts der alten Stadtmauer fast ins Mittelalter versetzt. Der Bürgermeister von Glurns, Alois Frank, erklärte, wie die Stadt durch ihr Revitalisierungsprojekt alte Häuser saniert, um sie jungen Familien zum Kauf anzubieten und somit der Auswanderung junger Bürger und Bürgerinnen entgegenwirkt. All die gesammelten Eindrücke und Erkenntnisse wurden wieder zurück im Oberschulzentrum Mals mit der großen Gruppe geteilt und ausgetauscht.

Bei dem großzügigen Mittagessen wurde auch der hungrigste Teilnehmer mehr als satt. Die Weiterfahrt im Bus zum Ausruhen kam da gerade recht. Doch recht viel Zeit blieb den Jugendlichen nicht, da sich der Reschensee mit dem herausragenden Kirchturm als perfekte Kulisse für ein Gruppenfoto anbot. Alle wieder eingesammelt stand der Besuch TIWAG-Kraftwerk Kaunertal mit Projekt Grenzkraftwerk Inn auf dem Programm. Experten führten durchs Kraftwerk und erklärten dessen Funktionsweise. Eine weitere Attraktion an diesem Tag war der Fischlift Runserau, der in Österreich in dieser Form einmalig ist. Die Jugendlichen ließen es sich trotz des straffen Zeitplans nicht nehmen, den Fischlift aus der Nähe zu betrachten. Anschließend bezogen die Jugendliche in Nasserreith auch schon die letzte Unterkunft der diesjährigen Ausgabe des Euregio-Jugendfestivals. Der letzte Abend war zur freien Verfügung, sodass sich die Jugendlichen nach Belieben vergnügen konnten.

Donnerstag, 21.03.2019 - Cavalese

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder war es doch das leckere Frühstück, das die Jugendlichen so früh aus den Federn lockte? Wie auch immer – der zweite Tag startete im Schulzentrum „La Rosa Bianca“, wo der Leiter des Schulzentrums, Prof. Marco Felicetti, den Jugendlichen vermittelte, wie wichtig es ist, Grenzen abzubauen, wie es bei so einem Projekt wie dem Euregio-Jugendfestival der Fall ist. Mit diesen motivierenden Worten begannen die Jugendlichen die Arbeiten in Kleingruppen. Die erste Gruppe beschäftigte sich gemeinsam mit Greta Klotz und Federica Cittadino von der EURAC mit Autonomie und Demokratie. Die zweite Gruppe diskutierte über den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Bewahrung des gemeinsamen Kulturerbes war das Thema der dritten Gruppe. All diese Euregio relevanten Aspekte wurden in anregenden Diskussionen in Deutscher, Italienischer sowie Englischer Sprache von den Jugendlichen bearbeitet. Die Ergebnisse wurden anschließend in der großen Gruppe präsentiert. Die Jugendlichen ließen dabei ihrer Kreativität freien Lauf und gestalteten unter anderem kurzer Hand eine Power Point Präsentation inklusive Gruppenfoto. Nach diesem produktiven Vormittag haben sich die Jugendlichen ein 3-gängiges Menü redlich verdient.

Gestärkt machten sich die Euregio-Begeisterten Richtung Mals, die zweite Station des Euregio-Jugendfestivals, auf. Dort angekommen, konnten die Jugendlichen die Gegend frei erkunden, bevor es in das Oberschulzentrum Mals ging, wo der Film „Das Wunder von Mals“ vorgeführt wurde. Der Widerstand gegen Pestizide des kleinen gallischen Dorfes, wie es im Film immer wieder betont wird, wird dabei von Wegbegleiter dokumentiert und kommentiert.  Dass das Thema Natur- und Umweltschutz bei den Jugendlichen ein hoch aktuelles Thema ist, wurde in der anschließenden Diskussion mit Ulrich Veith, dem Bürgermeister von Mals, Peter Gasser, Tierarzt in Mals und Aktivist der Umweltschutzgruppe Vinschgau und Martina Hellrigl, Mitgründerin von Hollawint, deutlich. Wertschätzung für ihr Engagement, Zustimmung, aber auch kritische Stimmen sorgten für einen spannenden und lebhaften Austausch aller Beteiligten. Die Diskussionszeit vollkommen ausgeschöpft kehrten die Jugendlichen zurück zur Unterkunft.

 

Mittwoch, 20.03.2019

Das Feeling wie bei einer Klassenfahrt kommt auf: Jugendliche mit Koffer bewaffnet machen sich auf, auf einen 3-tägigen Ausflug, bei dem sie ein spannendes Programm erwartet. Doch dieses Mal fährt nicht eine Schulklasse, sondern 80 Jugendliche aus der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, die sich größtenteils noch nicht kennen.

Noch getrennt nach Regionen kommen die Jugendlichen an der ersten Unterkunft an, wo sich die bereits vorgegebene Zimmereinteilung als überraschend problemlos erwiesen hat. Viel Zeit bleibt den neuen Zimmergenossen zum Kennenlernen jedoch nicht, da es gleich weiter zur Besichtigung des Palastes der Talgemeinde Fleimstal geht. In drei Gruppen werden die Jugendlichen durch die ehrwürdigen und geschichtsträchtigen Gemäuer geführt und bekamen dabei die ausgestellten Bilder erklärt. Am Ende der Besichtigung versammeln sich alle Beteiligten im alten Gerichtssaal, wo das Euregio-Jugendfestival 2019 offiziell vom Projektleiter Mag. Matthias Fink eröffnet wird. Grußworte an die Jugendliche richtete auch Giacomo Boninsegna, Vorsitzender der Talgemeinde Fleims, Michele Malfer, Stellvertretender Vorsitzender der Talgemeinschaft Fleimstal sowie Boglarka Fenyvesi-Kiss, Vertreterin des Trentino im Generalsekretariat des EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Boglarka gab den Jugendlichen drei „i“ für dieses Festival mit auf dem Weg: „Ich“, weil es für die Jugendlichen eine individuelle Erfahrung sein soll, die sie für ihr weiteres Leben begleiten soll. „Insieme“ (Zusammen), weil die Erlebnisse in der Gruppe zusammen geteilt werden. Das dritte „i“, für Innovation, soll den Jugendlichen Bewusst machen, dass sie etwas Innovatives, Dynamisches innerhalb der Europaregion in diesen Tagen und darüber hinaus schaffen können.

Weil sich das Kennenlernen in einer lockereren Atmosphäre einfacherer gestaltet, gab es anschließend ein reichhaltiges Buffet mit lokalen Köstlichkeiten. So endete der erste Abend relativ zeitig.

 

 

 

 

 

 


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