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LH Platter: „Aus der gemeinsamen Bewältigung der Coronakrise geht die Euregio gestärkt hervor“

Heute, Donnerstag, tagte Euregio-Präsident LH Günther Platter mit seinen Amtskollegen LH Arno Kompatscher (Südtirol) und LH Maurizio Fugatti (Trentino) in Innsbruck.

Die drei Landeshauptleute mit den Verkehrsreferenten LR Daniel Alfreider (Südtirol) und LHStvin Ingrid Felipe.
Zoomansicht Die drei Landeshauptleute mit den Verkehrsreferenten LR Daniel Alfreider (Südtirol) und LHStvin Ingrid Felipe.
LH Kompatscher, LH Platter, Generalsekretär Fink und LH Fugatti (v.l.): Das neue Tagesticket "Euregio2Plus" wird ab 1. August im gesamten Nahverkehrsangebot von Tirol, Südtirol und Trentino nutzbar sein. (Foto: Land Tirol/Berger)
Zoomansicht LH Kompatscher, LH Platter, Generalsekretär Fink und LH Fugatti (v.l.): Das neue Tagesticket "Euregio2Plus" wird ab 1. August im gesamten Nahverkehrsangebot von Tirol, Südtirol und Trentino nutzbar sein. (Foto: Land Tirol/Berger)

Auf der Euregio-Agenda stehen nach der erfolgten Grenzöffnung nun die Mobilitätsoffensive rund um das Euregio-Ticket, die Zusammenarbeit der Länder bei Gesundheitsthemen, bei der Tourismuswerbung sowie beim Einsatz von Wasserstoff als erneuerbare Energiequelle. „Nachdem wir die gesundheitlichen Herausforderungen der Corona-Krise gut gemeistert haben, können wir uns wieder mit vollem Elan dem Euregio-Arbeitsprogramm 2020 und neue Projekten widmen“, sind sich die drei Landeshauptleute einig.

Im Rahmen der heutigen Sitzung von Vorstand und Versammlung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hob LH Platter nicht nur die Fortschritte bei gemeinsamen Projekten hervor, sondern verwies auch auf die politische Bedeutung des gemeinsamen Handelns gerade in Corona-Zeiten: „Auch während dieser Krise standen wir in intensivem Austausch miteinander. Es hat sich sehr deutlich gezeigt, dass Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino keine leeren Schlagworte sind, sondern zu unserem Selbstverständnis gehören. Wir haben uns so gut es ging gegenseitig unterstützt – wie etwa bei der Übernahme von Südtiroler Intensivpatientinnen und -patienten durch Tirol, bei der Möglichkeit für Studierende, die österreichischen Hochschulorte zu erreichen oder Familienzusammenkünfte nach zwei schwierigen Monaten zu ermöglichen. Das war und ist gelebte Partnerschaft in der Krise“, blickte LH Platter auf die vergangenen Wochen zurück. Auch der gemeinsame Einsatz der Euregio-Landeshauptleute für die Öffnung der Brennergrenze war beim ersten Aufeinandertreffen seit Wochen Thema: „Es ist überaus erfreulich, dass sich unser Einsatz für die Grenzöffnung bezahlt gemacht hat. Seit Dienstag dieser Woche gilt am Brenner wieder freie Fahrt, was nach Wochen des eingeschränkten Personenverkehrs eine enorme Erleichterung für alle dies- und jenseits des Brenners bedeutet“, so Euregio-Präsident Platter.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Wir haben im Euregio-Vorstand offene Dialogbereitschaft gezeigt: Dies schafft gerade in schwierigen Zeiten ein gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Zugänge zur Frage, um was es denn nun wirklich geht.“ Nur wer im Gespräch bleibe, könne auch aus Gegensätzen Vertrauen und Zusammenhalt machen. „Das haben wir in unserer Europaregion wiederholt und erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit dem nötigen Zusammenhalt werden wir auch künftige Herausforderungen noch besser meistern“, sagte der Südtiroler Landeshauptmann.

„Heute hier in Innsbruck sein zu können, ist für uns eine große Genugtuung. Die Grenzschließung für so lange Zeit hat uns mit Sorge erfüllt, vor allem aufgrund der großen Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus“, betonte der Landeshauptmann des Trentino, Maurizio Fugatti, der LH Platter für seine Bemühungen in Wien und LH Kompatscher dankte: „Gerade in einer schwierigen Situation wie dieser ist es den Euregio-Ländern gelungen, gemeinsam zum Ziel zu kommen.“

„Euregio2Plus-Ticket“ ab 1. August 2020

Ab 1. August 2020 wird – auf Anregung von Südtirols Landeshauptmann Kompatscher – das erste Tagesticket ‚Euregio2Plus‘ in allen drei Ländern eingeführt. Laut Euregio-Präsident Platter „machen wir mit diesem EuregioTicket die Europaregion erlebbar. Der Preis für das Tagesticket wird 39 Euro für zwei Erwachsene in Begleitung von bis zu drei Kindern betragen. Es wird im gesamten Nahverkehrsangebot von Tirol, Südtirol und Trentino nutzbar sein. „Eine wesentliche Voraussetzung für die Nutzung des Tagestickets ‚Euregio2Plus‘ sind funktionierende Direkt- und Umstiegsverbindungen. Diese werden nach der Grenzöffnung schrittweise wieder eingeführt“, informiert der Landeshauptmann. Weiters haben die drei Landeshauptleute vereinbart, dass gemeinsam mit den Verkehrsverbünden bis Herbst der Plan für eine stufenweise Einführung des Euregio-Jahrestickets ausgearbeitet wird.

Gemeinsames Projekt zur Coronavirus-Forschung

Auf Initiative von LH Platter unterstützt das Land Tirol einen Forschungsschwerpunkt zur Erhebung mittel- und langfristiger psychosozialer Auswirkungen auf isolierte Menschen während der Corona-Pandemie. Im Zentrum der Untersuchung des Departments für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Innsbruck gemeinsam mit dem Krankenhaus Bozen stehen die Auswirkungen unterschiedlicher Quarantänebedingungen. Auch das Trentino soll in die Forschungen eingebunden werden.

Gemeinsame Tourismusförderung nach Corona

Zusammenarbeiten wollen die drei Länder auch bei der Tourismuswerbung. „Wir planen gemeinsame Kooperationen auf internationalen Fachveranstaltungen, insbesondere für die kommende Wintersaison 2020/21“, sagte LH Platter. „Wir wollen aber auch einheitliche Gesundheits- und Sicherheitsstandards für Wintersporteinrichtungen etablieren und gemeinsam kommunizieren.“

Euregio-Monitor bescheinigt hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung

Der Euregio-Monitor zeigt die kontinuierliche Entwicklung der Bekanntheit und der Erwartungshaltung der Bevölkerung zur Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino auf. Dabei bescheinigt die im Vorjahr durchgeführte Befragung der Euregio einen hohen Bekanntheitsgrad. So liegt dieser in Tirol bei rund 77 Prozent, in Südtirol bei 86 Prozent und im Trentino bei 71 Prozent. Im Vergleich zur Befragung 2017 hat der Bekanntheitsgrad in Tirol leicht zu- und im Trentino etwas abgenommen. Ein signifikanter Anstieg der Bekanntheit zeigt sich in Südtirol mit einem Plus von fünf Prozent verglichen mit 2017. „Besonders erfreulich ist, dass rund 90 Prozent der Befragten in allen drei Ländern die Zusammenarbeit der Regionen für sehr wichtig halten – insbesondere bei den Themen Verkehr, Tourismus, Wirtschaft, Umwelt oder Bildung. Wir sehen dies als Auftrag, um uns noch stärker für die Europaregion einzusetzen“, sind sich die Landeshauptleute einig.

H2-Brenner-Korridor

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Vorzeigeregion im Bereich der Emissionsreduktion, des Umweltschutzes und der Entwicklung eines emissionsarmen, grünen Brennerkorridors zu werden. Wasserstoff müsse in der Euregio CO2-neutral aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt werden, betonte LH Platter. Zudem will sich die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino durch den H2-Masterplan bis 2030 zu einer Reduktion der Emissionen der Treibhausgase um 40 Prozent, zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie um mindestens 27 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 verpflichten. Außerdem sollen energieeffiziente Fahrzeuge gefördert werden.

„Andreas Hofer auf der Spur“

Ebenfalls in wenigen Wochen konkret wird das Projekt „1809: Orte der Erinnerung. Auf den Spuren Andreas Hofers“. Heute hat der Euregio-Vorstand in Innsbruck beschlossen, die Umsetzung dieses Euregio-Projekts unter der Federführung der Stiftung „Museo Storico del Trentino“ zu unterstützen.

Elisabeth Huldschiner

Downloads:

O-Video: https://we.tl/t-4wI03gumJo

O-Ton: https://we.tl/t-YxcmhsVlHu


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