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Brennerkorridor: Schulterschluss zwischen Bayern und Südtirol

Um langfristige Lösungen für das Transitproblem auf der Brennerroute ging es beim Treffen zwischen LH Kompatscher, LR Alfreider und dem Staatsminister des Freistaats Bayern Reichhart in Bozen.

Grenzüberschreitende Bemühung für Verkehrsverlagerung auf Schiene: (v.l.) LR Alfreider, Minister Reichhart und LH Kompatscher beim Treffen in Bozen (Foto LPA)
Zoomansicht Grenzüberschreitende Bemühung für Verkehrsverlagerung auf Schiene: (v.l.) LR Alfreider, Minister Reichhart und LH Kompatscher beim Treffen in Bozen (Foto LPA)

Gemeinsam wollen Südtirol und Bayern ihre Maßnahmen abstimmen, um auf der Strecke Rosenheim-Verona den Transitverkehr über den Brenner besser zu steuern und die Anrainer entlang des Verkehrswegs zu entlasten. Nur durch Kooperation könnten wirksame langfristige Lösungen gefunden werden, waren sich Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und der Staatsminister des Freistaats Bayern Hans Reichhart einig. So erklärte Kompatscher: "Der enge Austausch mit Bayern und Tirol ist für uns von großer Bedeutung, um ein koordiniertes Vorgehen in der Verkehrspolitik sicherzustellen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen." Es gehe darum, die Interessen der Wirtschaft an Warenaustausch und jene der Anrainergemeinden für eine bessere Lebensqualität unter einen Hut zu bringen. "Es gilt, die Kapazität und die Qualität des Schienengüterverkehrs zu erhöhen. So können wir dem Markt die notwendige Alternative zur Verfügung stellen, um Warentransporte nicht mehr auf der Straße abwickeln zu müssen", sagt der Landeshauptmann.

Verkehr steuern, Menschen entlasten

Alfreider betont, dass es für die Zukunft eine gemeinsame, auf europäischer Ebene koordinierte Verkehrssteuerung zwischen Rosenheim und Verona brauche, um die Situation zu entschärfen: "Wir wollen in konkrete Projekte investieren – nicht in Streit! Wichtigste Maßnahme ist deshalb, gemeinsam mit Österreich,  Deutschland und Italien in kürzester Zeit ein Maßnahmenpaket umzusetzen, das den Brennerkorridor und vor allem die Menschen, die dort wohnen, rasch vom Durchzugsverkehr entlastet, bis der Brenner Basistunnel befahrbar ist." Laut Alfreider gilt es nun, "unsere Ressourcen zu bündeln, um gemeinsam schnell zum Wohl der Bürger zu intervenieren." In Zukunft sei auch der Personenverkehr im Bahnsektor zu potenzieren, um weiteren Verkehr von der Autobahn auf die Schiene zu verlagern.

Bahn für Individualverkehr interessant machen

Auch Reaichhart hält "attraktive Bahnverbindungen für das beste Mittel, um die Straße zu entlasten“, und forderte gemeinsame Lösungen für den Korridor Rosenheim-Verona. Gleichzeitig sei der Nahverkehr auszubauen. "Durch bessere Angebote im Personennahverkehr können wir noch mehr Mobilität von der Straße auf die Schiene und andere umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagern", sagte der Bayerische Minister.

Einig war man sich beim Treffen, dass der Brenner Basistunnel ein bedeutender Schritt hin zu einer langfristigen Verkehrsverlagerung sei. Trotzdem seien bereits jetzt in Abstimmung mit der EU Maßnahmen bis zur Inbetriebnahme 2028 notwendig, die umwelt- und wirtschaftspolitisch abgestimmt werden müssen. Wichtig seien dabei auch die Zulaufstrecken sowohl in Südtirol als auch in Bayern, wo nächstes Jahr der Trassenverlauf feststehen soll.

Anreize für Verkehr auf Schiene schaffen

Besprochen wurden auch verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten für den Langstreckentransport zwischen Deutschland und Italien, zum Beispiel Anreize für den Ausbau der Wasserstofftechnik, den Ankauf von abgasarmen und leisen LKWs, ein starkes Investitionsprogramm in die Verladetechnologie, eine Erhöhung der Güterverkehrsbeihilfen auf Bahnstrecken im Alpenraum und eine mögliche Umweltmaut.

Zur Abstimmung und Kooperation sollen weitere Treffen zwischen Südtirol und Bayern, aber auch mit Tirol stattfinden. Dies haben die Politiker festgelegt.

Quelle: LPA (san)


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