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3 Weingüter – 3 Schulen – 3 Länder – ein Wein

Am Montag, 7. Mai 2018 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz der neue Netzwerkwein XVII vorgestellt, eine Cuvée aus Weinen des Landesweinguts Laimburg, des Landesweinguts Silberberg in der Steiermark und des Staatsweinguts Weinsberg in Baden-Württemberg. Der Netzwerkwein ist das Ergebnis einer grenzüberschreitenden Kooperation zur Förderung der Forschung und Ausbildung in Weinbau und Kellerwirtschaft.

Vorstellung des neuen Netzwerkweines XVII in Graz
Zoomansicht Vorstellung des neuen Netzwerkweines XVII in Graz

Die Landwirtschaft ist mit vielschichten Herausforderungen konfrontiert, die sich aus den Folgen des Klimawandelns, aber auch aufgrund der Globalisierung und Digitalisierung ergeben. Aufgabe des Versuchszentrums Laimburg ist es die Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung mit Innovationen zu unterstützen und Maßnahmen zu entwickeln, damit diese Bereiche wettbewerbsfähig bleiben. Aus diesem Grund verstärkt das Versuchszentrum Laimburg stetig sein Forschungsnetzwerk, um Synergien zu bilden, Know-how auszutauschen und innovative Produkte zu entwickeln. Im Weinbau arbeitet das Versuchszentrum Laimburg zusammen mit der Fachschule für Obst- und Weinbau Silberberg in der Steiermark und der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau im Baden-Württembergischen Weinsberg im Projekt „Netzwerkwein“ zusammen, in dem es um eine Produktinnovation geht. Bereits zum zweiten Mal hat das Forschungsnetzwerk aus den drei etablierten Weinbauinstitutionen einen gemeinsamen Wein kreiert, der am 7. Mai 2018 unter dem Namen „Netzwerkwein XVII“ in einer Pressekonferenz in Graz vorgestellt wurde.

„Die Herausforderungen der Zukunft gilt es gemeinsam zu meistern. Forschungskooperationen mit unseren Nachbarländern helfen Synergien zu schaffen und verschiedenste Lösungsansätze zu entwickeln. Wertvoll ist, dass neben dem Expertenaustausch zwischen Silberberg, Weinsberg und dem Versuchszentrum Laimburg auch Schülerinnen und Schüler der Fachschule Laimburg durch Austauschbesuche profitieren können“, betonte Agrarlandesrat Arnold Schuler.

3 Weingüter – 3 Schulen – 3 Länder – ein Wein

Beim „Netzwerkwein XVII“ handelt es sich um eine Cuvée aus 45 % Sauvignon Blanc aus dem Landesweingut Silberberg (Steiermark, Österreich), 40 % Riesling aus dem Staatsweingut Weinsberg (Baden-Württemberg, Deutschland) und 15 % Gewürztraminer aus dem Landesweingut Laimburg (Südtirol, Italien). Der Gedanke bei der Gestaltung der Cuvée war, Leitsorten der jeweiligen Regionen miteinander zu vereinigen. „Der Gewürztraminer ist eine typische Rebsorte Südtirols und eine der ältesten Rebsorten der Welt. Die Trauben für den Netzwerkwein stammen aus einer Einzellage in Tramin, auf 350 Metern Seehöhe auf lehmigen Kalkschotterboden. Der Anteil von 15 % des Gewürztraminers an der Cuvée mit Sauvignon blanc und Riesling verleihen dem Wein Würzigkeit, Komplexität und Struktur“, erklärte der Leiter des Landesweinguts Laimburg Günther Pertoll.

Aus rechtlichen Gründen darf der Wein weder mit Sorte noch mit Jahrgang bezeichnet werden, da er aus mehreren Ländern der europäischen Union stammt. Der Netzwerkwein XVII ist am Landesweingut Silberberg und am Staatsweingut Weinsberg erhältlich. Am Landesweingut Laimburg wird der Netzwerkwein im Rahmen von Events im Felsenkeller verkostet.

Intensiver fachlicher Austausch

Entstanden ist das grenzüberschreitende Projekt eigentlich in einer Notsituation. Im Jahr 2016 wurde die Steiermark von starkem Frost heimgesucht, der die Weinernte frühzeitig vernichtete. Davon betroffen waren auch die Reben des Landesweingut Silberberg, berichtete Önologe Reinhold Holler. Angesichts dieser Situation sei dann eine bereits länger im Raum schwebenden Idee umgesetzt worden, nämlich einen gemeinsamen Wein aus den Weingütern befreundeter Weinbauinstitutionen zu produzieren.

In der Folge entwickelte sich zwischen Silberberg, Laimburg und Weinsberg ein intensiver önologischer Austausch. Gemeinsam wurden Reife, Lesezeitpunkt, sensorisches Profil, Traubenverarbeitung, Vergärung und Ausbau diskutiert und die Stilistik des Endprodukts durchdacht. Jedes Weingut vinifizierte einen hochwertigen Weißburgunder des Jahrgangs 2016, der in Silberberg zu gleichen Teilen cuvéetiert wurde. Angesichts des erfolgreichen Produkts und der inzwischen entstandenen besonderen Verbundenheit zwischen den drei Institutionen war bald der Beschluss gefasst das Projekt fortzusetzen und auch für den Jahrgang 2017 einen gemeinsamen Wein zu kreieren. „Partnerschaft und Freundschaft sind Werte, die in schwierigen Zeiten noch stärker zueinander finden lassen. Der Netzwerkwein ist ein wunderbares Zeichen dieser Verbundenheit, die weit über Ländergrenzen hinausgeht. Wie der Wein ist auch die Zusammenarbeit unter den Schulen äußerst gut gelungen“, resümierte Reinhold Holler vom Landesweingut Silberberg.

Wichtiges Zeichen für die Ausbildung in Weinbau und Önologie

Neben dem fachlichen Austausch der Önologen leistet das Projekt „Netzwerkwein“ tatsächlich auch einen wertvollen Beitrag zur Ausbildung des Nachwuchses im Weinbau: Im Jahr 2017 besuchten sich Schülerinnen und Schüler der Fachschulen Laimburg und Silberberg gegenseitig im Rahmen einer Projektwoche und lernten dabei die jeweilige Schule und die entsprechende Weinbauregion näher kennen. 2018 fand ein weiterer Austausch zwischen der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg und dem Landesweingut Silberberg statt. Inzwischen wurde der Netzwerkwein XVII zum offiziellen „Festwein“ für das Treffen der europäischen Weinbauschulen 2018 erklärt und rückt damit in den Mittelpunkt der Weinbauausbildung in Europa. Das Treffen findet vom 16. Bis. 18 Mai 2018 in Weinsberg statt, wo die Dreieckskooperation zwischen Silberberg, Laimburg und Weinsberg weiter vertieft werden soll. „Das Netzwerk der Europäischen Weinbauschulen lebt – wir verbinden Freundschaft und die Begeisterung für Wein und kreieren einen europäischen Wein über die Landesgrenzen hinweg. Drei besondere Regionen und Herkünfte für einen Wein – eine Inspiration, die wir für die Ausbildung junger Önologen geben“, betonte der Direktor des Staatsweinguts Weinsberg Dieter Blankenhorn.

Das Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg ist die Forschungsinstitution für die Landwirtschaft und Lebensmittelqualität in Südtirol. Das Versuchszentrum Laimburg betreibt vor allem angewandte Forschung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Südtiroler Landwirtschaft zu steigern und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte zu sichern. Über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten jährlich an rund 300 Forschungs- und Versuchsprojekten aus allen Bereichen der Südtiroler Landwirtschaft, vom Obst- und Weinbau bis hin zu Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie. Das Versuchszentrum Laimburg wurde 1975 gegründet.

Franziska Maria Hack


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