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Peter Willeit ist Euregio-Jungforscher des Jahres 2013

Alpbach. Der Euregio-JungforscherInnen-Preis 2013 ging an den Innsbrucker Mediziner Peter Willeit. Willeit erhielt den Preis im Rahmen des Tiroltages (18.08.) am Europäischen Forum Alpbach. Der mit 2.000 Euro dotierte Hauptpreis, gestiftet von den Wirtschafts- und Handelskammern der Europaregion, wurde heuer zum zweiten Mal vergeben. Mit insgesamt 28 Einreichungen konnte ein Bewerbungshöchststand erzielt werden. Die sechs im Vorfeld ermittelten FinalistInnen präsentierten am Vortag des Tiroltages (17.08.) ihre wissenschaftlichen Arbeiten einer hochkarätig besetzten Jury unter dem Vorsitz von Prof. Konrad Bergmeister.

Die FinalistInnen des Euregio-Jungforscher-Preises mit Forums-Präsident Franz Fischler
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(v.l.n.r.) Matteo D'Antoni, Daniele Castello, Katharina Winkler, Franz Fischler, Michela Planatscher, Peter Willeit, Andreas Eisendle Foto: Luiza Puiu / EFA
Matteo D'Antoni referiert zum Thema "INTEGRATION OF SOLAR THERMAL TECHNOLOGY INTO HYBRID ENERGY GENERATION SYSTEMS"
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Im Anschluss an die einzelnen Vorträge wurden von Seiten des überaus aufmerksamen und interessierten Publikums zahlreiche Fragen gestellt. Foto: Philipp Naderer / EFA
Peter Willeit - Euregio-Jungforscher 2013 - bei seiner Dankesrede
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Peter Willeit gewann den mit 2.000 € dotierten Hauptpreis. Alle weiteren FinalistInnen können sich über ein Vollstipendium zur Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach freuen. Gestiftet wurden die Preise von den Wirtschafts- und Handelskammern der Europaregion. Michl Ebner (1.v.r.) und Oswald Mayr (1.v.l.) gratulierten den GewinnerInnen. Foto: Land Tirol

Peter Willeit, PhD-Student an der Universität Cambridge, wurde für seine Arbeit zum Thema Mikro-RNS als zukünftige Biomarker für Herzkreislauferkrankungen mit dem Euregio-JungforscherInnen-Preis 2013 ausgezeichnet. Mikro-RNS sind kürzlich entdeckte spezialisierte Formen von Ribonukleinsäuren, die vor allem in der Genregulation eine wesentliche Rolle spielen. Sie entscheiden daher oft, welche Eiweiße in unserem Körper in Gesundheit und Krankheit gebildet werden. Willeit konnte in seinen hervorragenden Studien zeigen, dass ein erhöhter Blutspiegel von bestimmten Mikro-RNS wie der Nr.126 mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko zusammenhängen. Zudem fanden die Forscher heraus, dass Blutplättchen eine wichtige Quelle dieser Mikro-RNS darstellen. „Mit diesen Erkenntnissen können sowohl die Früherkennung von Herzinfarktrisiken als auch die Therapie verbessert werden“, so die Jury.

Mit dem zweiten Platz wurde Daniele Castello, Forschungsmitarbeiter der Universität Trento, bedacht. Er stellte ein Verfahren vor, das es ermöglicht aus nasser Biomasse Hydromethan zu gewinnen. Dieses Kombinationsprodukt aus Wasserstoff und Methan eignet sich zur Energiegewinnung und zur Verwendung als Autotreibstoff. Es könnte dazu beitragen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in der Europaregion zu verringern.

Katharina Winkler, Assistenzärztin der Universitätsklinik Innsbruck, wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Sie präsentierte ein innovatives in-vitro Kulturverfahren für Ovarialgewebe und Follikel. Dieses ermöglicht es den Kinderwunsch von ehemaligen Chemotherapie-Patientinnen, deren Gebärfähigkeit durch die Chemotherapie eingeschränkt wurde, erfüllen zu lassen, ohne die betroffenen Patientinnen einem Wiedererkrankungsrisiko an Krebs auszusetzen.

Andreas Eisendle, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Innsbruck, untersuchte das politisch-institutionelle Innovationspotential der EVTZ-Verordnung am Beispiel der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Dabei zeigte Eisendle einerseits die sich für die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino durch die EVTZ-Verordnung eröffneten Perspektiven auf und stellte andererseits auch die limitierenden Faktoren der EU-Verordnung dar.

Matteo D'Antoni, Forschungsmitarbeiter an der Europäischen Akademie in Bozen, zeigte in seinem Vortrag das Potential und die Vorteile der Nutzung von Solarthermie zur Deckung des thermischen Energiebedarfes von Wohnanlagen. D’Antoni präsentierte ein standardisiertes System, welches in Zusammenarbeit mit einer Südtiroler Firma entwickelt wurde und das geeignet wäre den Primärenergieverbrauch von solchen Anlagen um 50% zu verringern, bei geringeren Installationskosten und gesenkten Projektierungs- und Installationserfordernissen.

Michela Planatscher, Absolventin der Freien Universität Bozen, unterzog die Fiskalsysteme der drei Länder der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino einem komparativen Vergleich. So konnte Planatscher verdeutlichen in wie fern durch Föderalismus die Effizienz der Steuerverwaltung erhöht werden kann.

Peter Willeit wird das mit 2.000 Euro dotierte Preisgeld hauptsächlich dazu verwenden die Reisekosten von Cambridge in seine Heimatstadt-Innsbruck abzudecken. Nicht mit leeren Händen nach Hause gingen die weiteren FinalistInnen. Sie alle wurden für ihre ausgezeichneten wissenschaftlichen Leistungen mit einem Gutschein für ein Vollstipendium am Europäischen Forum Alpbach ausgezeichnet.

Die feierliche Verleihung der Preise wurde von Prof. Konrad Bergmeister, stellvertretend für die gesamte Jury, vorgenommen. Deren weitere Mitglieder waren Rektor Herbert Lochs, Prof. Ferdinand Karlhofer, Prof. Enrico Zaninotto, Prof. Kurt Matzler, Prof. Herbert Tilg und Dr. Günther Rautz.

Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen und Oswald Mayer, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Tirol, freuten sich sichtlich mit den Gewinnern. „Die Jugend garantiert unsere Zukunft“ strich Ebner im Zuge der Preisverleihung heraus. Nachdem sich der Euregio-JungforscherInnen-Preis sich so positiv entwickelt habe „sollten wir diesen ausbauen und stärker ausstatten“, so Ebner. 


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