EUSALP Aktionsgruppe 4 Mobilität

Die Europäischen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) ist ein Verbund aus fünf EU-Mitgliedsstaaten sowie zwei Drittstaaten und umfasst somit 48 Regionen und insgesamt über 80 Millionen EinwohnerInnen. Die EUSALP vereint die Alpenländer unter einem Dach, um an gemeinsamen Lösungen zu verschiedenen Themen von Wirtschaft und Innovation über Umwelt und Energie bis hin zu Mobilität und Konnektivität zu arbeiten. Der Verbund verleiht den Alpenländern auch eine gewichtige Stimme in der Europäischen Union.

Die Arbeit der Aktionsgruppe 4 Mobilität zielt darauf ab nachhaltige, innovative und smarte Lösungen für den Personen- und den Güterverkehr im Alpenraum zu finden. Mit 25 vertretenen Staaten und Regionen ist die AG4 die am stärksten besetzte Arbeitsgruppe der Alpenraumstrategie; hinzu kommen unter anderen Vertreter von der Europäischen Kommission, der Alpenkonvention sowie Interessensvertreter wie dem Verband europäischer Wirtschaftskammern und der NGO CIPRA International. Diese hohe Mitgliederzahl unterstreicht das rege Interesse und die Bedeutung der Themen Verkehr und Mobilität im Alpenraum sowie das Verständnis dafür, dass sich ein zukunftsfähiges Verkehrssystem nur in Zusammenarbeit realisieren lässt.

Foto: Land Südtirol

Die AG4 behandelt bereits eine Reihe an wichtigen Verkehrs- und Mobilitätsthemen, welche derzeit im Rahmen eines neuen Arbeitsplans weiterentwickelt werden, um weiterhin die Herausforderungen und Chancen für Mobilität im Alpenraum zu meistern. Demnach verfolgt die AG4 die folgenden Ziele:

  • Die Verlagerung weg von der Straße hin zu alternativen Verkehrsmitteln ist ein wichtiges Ziel um die durch übermäßigen Verkehr verursachten ökologischen und sozialen Auswirkungen zu bewältigen. Dazu bedarf es ehrgeiziger politischer Maßnahmen, um die entsprechenden Verkehrsdienstleistungen und Infrastrukturen bereitstellen zu können. Intermodalen, kombinierten und interoperablen Verkehr weiter zu fördern spielt hierbei eine Schlüsselrolle.
  • Damit der Alpenraum auch unter seinen speziellen Anforderungen lebenswert bleibt, ist es notwendig bestehende Mobilitätsangebote zu harmonisieren und darüber hinaus nachhaltige Lösungen – auch in abgelegenen Regionen – zu finden. Dementsprechend braucht es sowohl bei der Infrastruktur als auch dem Betrieb von Mobilitätsangeboten umweltfreundliche und innovative Konzepte.
  • Schließlich will die AG4 die Zusammenarbeit und Vernetzung bestehender Strukturen im Verkehrsbereich weiter voranbringen. So können Synergien genutzt, Redundanzen vermieden, und Finanzierungsmöglichkeiten abgestimmt werden. Dazu unterhält die AG4 ein Netzwerk intensiver Zusammenarbeit mit der Alpenkonvention, dem Zürich-Prozess und iMONITRAF!.

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Schwerpunkte in der Arbeit der AG4 beinhalten die Ausgestaltung der Maut und Verkehrsverlagerung unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen sowie der öffentliche Verkehr (insbesondere grenzüberschreitende Aspekte und Tarife) und Anbindung untergeordneter Verkehrsnetze inklusive Radwege. Dabei handelt es sich um Querschnittsmaterien im Verkehrsplanungsbereich, die eine interne Fachkoordination in allen beteiligten Ländern und Regionen des Alpenraumes erfordert.

 

Die Europaregion als Leiter der EUSALP Aktionsgruppe 4 Mobilität

Der ständig wachsende Verkehr und der Klimawandel zählen zu den größten Herausforderungen für die Entwicklung der Alpenregionen. Aufgrund ihrer topographischen und meteorologischen Besonderheiten sind die Berggebiete von den Auswirkungen des zunehmenden Verkehrs besonders belastet. Um dem entgegenzusteuern bedarf es einer länderübergreifenden Abstimmung und einer einheitlichen Implementierung von Verkehrsstrategien auf breiter Ebene. Die EUSALP Aktionsgruppe 4 Mobilität bietet eine Plattform für eine solche Zusammenarbeit um ein gemeinsames Verständnis für Verkehrspolitik und Mobilität mit konkreten Zielen, Aktionen und Verantwortlichkeiten im gesamten Alpenraum zu entwickeln.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter beis einer Rede zur Übernahme der EUSALP-Präsidentschaft Tirols im Jahre 2018

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino wurde nach erfolgreicher Bewerbung mit der Umsetzung der Aktionsgruppe 4 Mobilität der EUSALP beauftragt. Die federführende Abwicklung und Koordinierung der Aktionsgruppe hat das Sachgebiet Verkehrsplanung des Landes Tirol übernommen. Dieses setzt sich seit langem intensiv mit Verkehrs- und Transitthemen im Zusammenhang mit dem Brenner, dem am stärksten befahrenen Übergang im gesamten Alpenraum, auseinander und stellt dadurch ein hohes Maß an Expertise im Bereich Verkehr und Mobilität zur Verfügung, auf das im Rahmen der AG4 zurückgegriffen werden kann. Innerhalb der Europaregion stellt die Leitung der Aktionsgruppe 4 Mobilität die kontinuierliche Abstimmung mit den jeweils zuständigen Verwaltungsabteilungen, dem Sachgebiet Verkehrsplanung des Landes Tirol, dem Amt für Mobilität der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Abteilung Zivilschutz und Infrastrukturen der Autonomen Provinz Trient, sicher. Auch von politischer Seite erfährt die AG4 große Unterstützung; sowohl die drei Landeshauptmänner der Euregio als auch die zuständigen MobilitätslandesrätInnen [HK1] sind durch die Teilnahme an den Aktionsgruppentreffen und Mobilitätskonferenzen aktiv in den Arbeitsprozess der AG4 eingebunden.

Südtirols Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider beim 10. AG4 Meeting in Bozen. Foto: Autonome Provinz Bozen


Seit dem zehnten AG4 Meeting am 18. und 19. März 2019 in Bozen ist die Region Sud-Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) Ko-Leiter der AG4, was das Engagement der französischen Regionen und des westlichen Alpenraums im Bereich Mobilität unterstreicht. Für 2019 ist eine Übergangsphase vorgesehen, um die Koordinationsfunktionen der A4-Leitung mit der Region Sud-PACA zu klären und gleichzeitig mitsamt den Mitgliedern einen neuen Arbeitsplan bis 2022 zu beschließen.

 

Kontakt:

EUSALP AG4 Lead Team
Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino
Land Tirol - SG Verkehrsplanung

eusalp.mobility@tirol.gv.at

Ekkehard Allinger-Csollich ekkehard.allinger@tirol.gv.at
Patrick Skoniezki patrick.skoniezki@tirol.gv.at
Johanna Thöni johanna.thoeni@tirol.gv.at

Website EUSALP AG4


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