EuregioFamilyPass Webinar

Ein Blick auf andere Initiativen

Anlässlich des Internationalen Tages der Familie fand am 14. Mai um 10 Uhr ein spannendes Webinar statt, bei dem verschiedene Projekte, ähnlich dem EuregioFamilyPass, vorgestellt wurden, um Erfahrungen innovativer Maßnahmen für Familien auszutauschen -  ganz nach dem Prinzip, aus der Vielfalt europäischer Initiativen voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren.

Am 14. Mai 2021 um 10 Uhr fand das Webinar „EuregioFamilyPass: Ein Blick auf andere Initiativen" statt, das von der Euregio in Zusammenarbeit mit der Universität Trient anlässlich des Internationalen Tages der Familie (15. Mai) organisiert wurde. Bei dieser Gelegenheit wurden familienfreundliche Initiativen vorgestellt, insbesondere der EuregioFamilyPass sowie drei Best-Practice-Beispiele innerhalb der Europäischen Union: der Vorarlberger Familienpass in Österreich, Family Net Bratislava in der Slowakei und Eurocidade Chaves-Verin zwischen Portugal und Spanien.

Moderiert wurde das Webinar von Andreas Eisendle, dem Leiter des Projektes „EuregioFamilyPass”, der durch das Webinar führte. Zu Beginn begrüßte Matthias Fink, Generalsekretär der Euregio, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über die Arbeit der Euregio, ihre Philosophie, Projekte und Zukunftsperspektiven.

Professor Umberto Martini und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Giulia Cambruzzi der Universität Trient führten in die EuregioFamilyPass Machbarkeitsstudie ein und skizzierten ihre Ziele zur Weiterentwicklung des EuregioFamilyPass. Laut Martini ist es wichtig zu verstehen, wie Dienstleistungen und deren Zugänglichkeit sowie die Kommunikation mit den Familien besser organisiert werden können, um das maximale Potenzial des EuregioFamilyPass auszuschöpfen. Um von anderen Initiativen zu lernen, werden in der Studie verschiedene europäische Best-Practice-Beispiele herangezogen. Frau Cambruzzi erläuterte einleitend kurz ihre Rolle im Rahmen der Machbarkeitsstudie und berichtete über den aktuellen Stand der Forschung. Die Studie wird anhand einer vergleichenden Analyse zwischen europäischen Familienpässen, die dem EuregioFamilyPass ähnlich sind, mit Fokus auf drei strategische Themen erfolgen: Dienstleistungen für Familien, Digitalisierung und grenzüberschreitende Aspekte.

Zu Beginn wurde der Vorarlberger Familienpass aus Österreich vorgestellt. Dietmar Übelher erläuterte die Funktionsweise dieser Karte. Er fasste zunächst die Daten zu Bevölkerung und Prozentsatz der ausgestellten Familienkarten zusammen und stellte dann die Erweiterungen des „"Familienpasses" für Jugendliche vor.  Am Ende des einleitenden Teils erläuterte Übelher die Ziele, die dieser Initiative von Anfang an zugrunde lagen: Die Familien finanziell zu unterstützen, indem ihnen ein einfacher Zugang zu Freizeitaktivitäten und zum Verkehrssektor garantiert wird, um nicht zuletzt eine starke Bindung zwischen Kindern und Eltern zu schaffen. Daraufhin erklärte Übelher die Verwaltung und Nutzung des Vorarlberger Familienpasses.  Inhaberinnen und Inhaber der Karte erhalten bei 200 Partnerinnen und Partner Rabatte und Angebote. Übelher betonte, dass der angebotene Service nicht nur einen finanziellen Vorteil bringen soll, sondern auch als Informationspunkt dienen kann. Daher wurde beschlossen, ein Magazin sowie einen regelmäßig erscheinenden Newsletter herauszugeben, sodass Familien stets über aktuellen Aktionen und Aktivitäten informiert werden. Im Rahmen der Digitalisierung des Vorarlberger Familienpasses wurde die Einführung einer App konkretisiert, welche dieselben Funktionen wie die Karte selbst erfüllt und die Verbindung der in Vorarlberg angebotenen Dienstleistungen ermöglicht.

Die zweite Referentin, Zuzana Baloghova, stellte den Familienpass Bratislava vor. Direkt aus der Hauptstadt der Slowakei zugeschalten, erläuterte Baloghova die Karte und erklärte, dass das Projekt aus einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Österreich entstanden sei und man sich nach Beendigung der Zusammenarbeit entschlossen habe, diesen Service für slowakische Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in der Region Bratislava und Trnava weiterhin anzubieten. Ein Netzwerk aus öffentlichen und privaten Einrichtungen bieten Familien Vorteile und Ermäßigungen bei Vorweisen der Karte. Der Familienpass wird von der Region Bratislava finanziert und kostenlos an Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren ausgegeben. Baloghova stellte auch einige technische Daten vor, wie z.B. die Anzahl der ausgegebenen Karten, die sich auf 6.059 beläuft, sowie die Anzahl der Dienstleiterinnen und Dienstleister (100 nur in Bratislava). Die Referentin erläuterte anschließend die drei verschiedenen Kategorien von Dienstleistungen des Familienpasses: Ermäßigungen bei den teilnehmenden Partnerinnen und Partnern, Informationen über Neuigkeiten (auch in den sozialen Netzwerken) und Tipps für Reisen und Ausflüge in Bratislava, einschließlich Radwege, Spaziergänge für Familien mit Kindern und Seniorinnen und Senioren. Abschließend wies Baloghova auf die jüngste Servicekategorie für ältere Nutzerinnen und Nutzer hin, die geschaffen wurde, um ein generationsübergreifendes Zusammenleben zu fördern.

Als dritte Rednerin stellte Nerea Pérez Adriano die Eurocidade Chaves-Verín vor, eine Karte, die in Galizien in den Städten Chaves und Verín, entlang der nördlichen Grenze zwischen Spanien und Portugal, entwickelt wurde. Diese Karte, so erklärte sie, wird im Gegensatz zu den beiden vorherigen an alle Einwohnerinnen und Einwohnern der beiden Städte ausgegeben und fungiert als eine Art Personalausweis, da sie wechselseitig für den Zugang zu Rabatten bei Partnerinnen und Partner in Chaves und Verín verwendet werden kann. Da die Karte an alle Bürgerinnen und Bürger ausgegeben wird, läuft sie nicht aus. Außerdem sind die Leistungen, die damit angeboten werden, sehr breit gefächert und umfassen sowohl sportliche als auch kulturelle Freizeiteinrichtungen. Pérez Adriano betonte, dass die Karte das Zugehörigkeitsgefühl zur grenzüberschreitenden Region erhöht und die Hürde der sprachlichen Vielfalt teilweise überwindet. Schließlich wurden die für dieses und nächstes Jahr geplanten Initiativen vorgestellt, bei denen eine mobile App, kontaktlose Zahlungen (sowohl mit der Karte als mit der App) und andere neue Dienstleistungen im Zusammenhang mit Fahrradverleih, Parken, Carsharing sowie eine für Touristinnen und Touristen bestimmte Karte von Cheves und Verín eingeführt werden.

Nach einer kurzen Diskussion endete die Veranstaltung um 11.35 Uhr.

Hier das Programm zum Download.

Hier das ganze Webinar in Originalsprache zum Nachschauen.

EuregioFamilyPass Webinar


Inhalt teilen:  Facebook google+ twitter