Euregio Schulwettbewerb Guernica

Geschichte und Kunst – ein Wettbewerb für Schüler der Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino

BORG Klasse gewinnt EUREGIO-Wettbewerb zu Guernica-Projekt mit einem Animationsfilm


Die Klasse 7b des BORG-Lienz erhielt im Rahmen einer kleinen Feier, bei der Christoph von Ach, Euregio-Generalsekretär und Hugo Astner, Jurymitglied und Herausgeber der Zeitschrift „stayinart“, extra nach Osttirol angereist waren, einen Scheck von 2000.- überreicht. Herr Christoph von Ach betonte in seiner Rede die grenzüberschreitende Bedeutung der Institution EUREGIO und versicherte, die Institution werde auch weiterhin Schulwettbewerbe unterstützen. Herr Hugo Astner hob bei seiner Laudatio an die Klasse hervor, dass die Schüler und Schülerinnen nicht nur einen außergewöhnlichen Film gestaltet haben, sondern auch den Kerngedanken des Wettbewerbs perfekt getroffen haben und deshalb als Sieger hervorgegangen sind. In dieser Interpretation des berühmten Bildes von Picasso wird die Botschaft vom Frieden, der Grenzen überschreiten soll, wieder lebendig.

Der Animationsfilm ist hier abrufbar.

Weitere Infos:

https://www.guernica.at/guernica-siegerprojekte.html#article1-7c

https://www.stayinart.com/euregio-kunstwettbewerb-gedanken-zu-guernica/


Zusatzinfos

Der Wettbewerbsbeitrag der 7B-Klasse des BORG Lienz ist ein Animationsfilm. Er wurde von den 13 SchülerInnen der Klasse als Gemeinschaftsprojekt im Kunstunterricht produziert. Angewandt wurde dafür analoge Zeichen- und Legetricktechnik. Montage und Schnitt der Bildsequenzen wurden mittels einfachen Stop Motion- und Schnittprogrammen am PC durchgeführt. Als Tonmaterial wurden ausschließlich lizenzfreie Musik und Geräusche eingefügt.


Ausgangselemente des Films waren 3 Figuren und 3 Gegenstände des Bildes „Guernica“ von Picasso. Der Stier nimmt im Film die Rolle des Aggressors ein, durch sein Auge erlebt der Betrachter die Panik der Menschen angesichts der Bedrohung am Kriegsschauplatz. Wenn der Fokus des Beobachtungsfernrohrs auf das Kind fällt, besinnt sich der Aggressor und schwenkt das Gewehr nach oben und der Schuss löst sich in ein Farbfeuerwerk auf. Mit diesem Entschluss gegen das Gewaltverbrechen beginnt die Wende, die im Film durch Einsatz von Buntfarben und Musik sichtbar und hörbar werden: Fallende Bomben verwandeln sich in bunte Bälle. Das Kind wird zum Hoffnungsträger der Zukunft, indem es symbolisch mit einem Ballwurf die Zerstörung in eine bunte Stadt verwandelt. Das Gewehr verwandelt sich in einen Pinsel, der tote Krieger erhebt sich und mutiert zum Künstler. Die Lampe als „Licht der Erkenntnis“ verwandelt sich in eine Sonne, die als Energiespender die „Blume des Friedens“ zum Wachsen bringt und mit Farbe das düstere Schwarz-Weiß des Kriegsgrauens verdrängt. Die Friedenstaube von Picasso beendet den Film mit dem Leittitel: Make Art Not War.

Überblick
2018/2019 sind besondere Gedenkjahre. 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges, 100 Jahre Trennung Nord- und Südtirol, 100 Jahre Erste Republik Österreich – aber auch Beginn des zweiten Weltkrieges 1939, Haager-Europa-Kongress 1948 und das Revolutionsjahr 1968: Viele historische Momente jähren sich. Dazu hat das Ausstellungsprojekt „Guernica – Ikone des Friedens“ Schulklassen der Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino eingeladen, sich an einem Kunstwettbewerb mit dem Titel „Gedanken zu Guernica“ kritisch mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Europas auseinanderzusetzen.

Demokratische Konzepte wie „Zivilgesellschaft“, „soziale Bewegung“, „Engagement“, „Teilhabe“, „Verfassung“, „Freiheit“ und „Demokratie“ existieren unter totalitären Regimen nicht. Der Wettbewerb im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Guernica – Ikone des Friedens“ sollte Schüler der Euregio Tirol, Südtirol, Trentino an die Bedeutung heutiger demokratischer Errungenschaften wie Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte und Bürgerfreiheiten heranführen. „Wir laden die Schülerinnen und Schüler zu einer offenen Diskussion über konkrete Wege zur Bewahrung der Freiheit und Rechte und zur Sicherstellung eines Dialogs zwischen Ländern, Regionen, Staaten, Kulturen und Religionen ein“, erklärte die Kuratorin der Ausstellung Serena Baccaglini.

Der Kunstwettbewerb mit dem Titel „Gedanken zu Guernica“ sollte deshalb dazu anregen, sich folgenden Themen und Fragen anzunähern: Wann ist eine Bevölkerungsgruppe als Opfer von Ausgrenzung anzusehen? Wie können wir Äußerungen begegnen, die mit Ängsten, Vorurteilen und Hass gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen behaftet sind, und wie können wir Gegen-Argumente entwickeln? Was können wir zum Frieden in unserer Schule und unserem Umfeld beitragen? Wie ist unsere Vision von Europa?

„Wir Europäerinnen und Europäer brauchen eine langfristige Vision und eine neue positive, nach vorne gerichtete Perspektive für ein friedliches Zusammenleben in Europa, die insbesondere von der jüngeren Generation mitentwickelt werden muss. Kunst ist eine kreative Form des Ausdrucks, die dabei helfen kann, solche Visionen junger Menschen zu visualisieren“, so der Präsident der Euregio, Arno Kompatscher. Die Jugend unserer Region solle sich mit diesen essentiellen Themen spielerisch und ohne Hemmschwellen auseinandersetzen können.

Der Wettbewerb, der unter der Schirmherrschaft der Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino stand, verfolgte diese fünf Zielsetzungen:
•    Die Wertschätzung für Frieden stärken und bewusst machen, dass jede/r einzelne für den Frieden mitverantwortlich ist.
•    Das Verständnis für die besondere Geschichte unseres Landes fördern und zur Diskussion sowie Reflexion über die Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens anregen.
•    Die bewusste Wahrnehmung von Kunst und das aktive Engagement für Kreativität stärken.
•    Antworten auf folgende Fragen finden: Wie können wir zum Frieden in unserer Schule und in unserem Umfeld beitragen? Wie ist unsere Vision von Europa?
Wozu braucht unsere Gesellschaft die Kunst? Was kann Kunst bewirken? Welche Verantwortung tragen Künstler/innen in unserer Gesellschaft? Welche interdisziplinären Zusammenhänge können beim Thema Guernica hergestellt werden?
•    Förderung des produktiven Miteinanders, in dem gemeinsam ein „Kunstwerk“ erarbeitet und eingereicht wird. Honoriert wird die gemeinsame Leistung und nicht die Einzelleistung.

Teilnehmen konnten Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren an Schulen aus dem Gebiet der Euregio Tirol, Südtirol, Trentino. Eingereicht werden konnte ein von der Schulklasse gemeinsam erarbeitetes Kunstwerk zum Thema „Gedanken zu Guerncia“ auf dem Bereich der Bildenden Kunst, der Darstellenden Kunst, der Medienkunst, der Musik oder der Literatur. Erlaubte Formen waren Fotos, Videos oder Tonaufzeichnungen und ein Statement von maximal zwei Seiten DinA4.

Die Veranstalter haben interessierte Schulklassen zu einem Besuch der korrespondierenden Ausstellung „Guernica – Ikone des Friedens“ eingeladen. Der Besuch war jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb.
Die Einreichfrist endete am 31.3.2019. Es wurden Preisgelder in Höhe von € 2.000, € 1.500 und € 1.000 für die ersten drei Plätze ausbezahlt. Über die Vergabe entschied eine Fachjury unter der Leitung der Kunsthistorikerin Serena Baccaglini, der Kuratorin der Ausstellung „Guernica – Ikone des Friedens“.  

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Veranstalters unter www.guernica.at.


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